Die Preisverleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille 2026 findet im Rahmen der Eröffnungsfeier zur Woche der Christlich-Jüdischen Zusammenarbeit in Köln statt. Das ZDF überträgt die Veranstaltung ab 11:30 Uhr live im ZDF-Streamingportal. Die Zusammenfassung der Preisverleihung wird um 23:50 Uhr linear ausgestrahlt.
Was ist das übergeordnete Ziel der Eröffnungsfeier am Sonntag?
Seit 1952 gibt es in Deutschland jedes Jahr im März die "Woche der Brüderlichkeit", seit 2023 "Eröffnungsfeier zum Jahr der Christlich-Jüdischen Zusammenarbeit" genannt. Sie hat zum Ziel, den Dialog zwischen Christen und Juden zu stärken sowie die Aufarbeitung des Holocaust voranzubringen.
Was wird mit der Medaille geehrt?
Die Medaille gilt als sehr renommierter Preis weltweit. Ausgezeichnet werden Personen, Institutionen oder Initiativen, die sich insbesondere um die Verständigung zwischen Christen und Juden verdient gemacht haben. Entscheidend ist Ihr jeweiliger Beitrag für die christlich-jüdische Zusammenarbeit. Die Medaille wird in Erinnerung an die jüdischen Philosophen Martin Buber und Franz Rosenzweig verliehen. Seit 1968 verleiht der Deutsche Koordinierungsrat während der Eröffnungsfeier zum Jahr des Christlich-Jüdischen Dialogs (ehemals: Woche der Brüderlichkeit) die Buber-Rosenzweig-Medaille.
Wer wird geehrt?
2026 ist es Professor Christian Rutishauser aus der Schweiz. Der Jesuit gilt als ein führender katholischer Vertreter im christlich-jüdischen Dialog weltweit und lehrt als Professor für Judaistik an der Universität Luzern.
Er wird für seinen unermüdlichen Einsatz um die Verständigung zwischen Christen und Juden ausgezeichnet. Der Deutsche Koordinierungsrat würdigt damit einen Mann, für den der Dialog mit dem Judentum kein theologisches Randthema, sondern eine lebensnotwendige Verpflichtung der Kirche ist.
Wer sind die bisherigen Träger?
Bekanntere Persönlichkeiten sind u.a. Pianist Igor Levit (2024), Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel (2020), Schriftsteller Navid Kermani (2011), Architekt Daniel Liebeskind (2010), Dirigent Daniel Barenboim (2004), die Initiative "Schule Ohne Rassismus" (2001) oder die Politikerin Leah Rabin (1998).
Wer vergibt den Preis?
Der Deutsche Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (DKR) mit Sitz in Bad Nauheim. Der Rat gilt als "Dachverband" von mehr als 80 lokalen und regionalen Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit. Zu den Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit gehören in Deutschland ca. 20.000 Mitglieder, Freunde und Förderer. Wie der Deutsche Koordinierungsrat werden auch die Einzelgesellschaften überwiegend aus öffentlichen Mitteln, aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden finanziert.
Wie ist die Geschichte dieser großen 'Bürgerinitiative in Deutschland'?
1948 gründeten engagierte Juden und Christen in mehreren deutschen Städten die ersten Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit. Sie wollten damit dem nationalsozialistischen Antisemitismus und der langen Tradition christlicher Judenfeindschaft entgegentreten und neue Formen des Miteinanders fördern. 1949 folgten weitere Gründungen, unter anderem in Berlin und Frankfurt.
Heute gibt es bundesweit über 80 Gesellschaften mit rund 20.000 Mitgliedern, Freunden und Förderern. Mit jährlich mehr als 1.000 Veranstaltungen - von Vorträgen und Seminaren bis zu kulturellen Formaten und Publikationen - tragen sie zur Erinnerungsarbeit, zur Vermittlung jüdischer Geschichte und Religion sowie zur kritischen Auseinandersetzung mit antijüdischen Traditionen bei. Als zivilgesellschaftliche Initiativen wirken sie in Bildung, Kirchen, Medien und Öffentlichkeit, um interreligiöses Verständnis und demokratische Lernprozesse zu stärken.
Was sind die Ziele und Aufgaben der Vereinigung?
Die Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit sind in der Bundesrepublik Deutschland nach der Befreiung vom nationalsozialistischen Unrechtsstaat entstanden. Sie wissen von der historischen Schuld und stellen sich der bleibenden Verantwortung angesichts der in Deutschland und Europa von Deutschen und in deutschem Namen betriebenen Vernichtung jüdischen Lebens. Begründet in der biblischen Tradition folgen sie der Überzeugung, dass im politischen und religiösen Leben eine Orientierung nötig ist, die Ernst macht mit der Verwirklichung der Rechte aller Menschen auf Leben und Freiheit ohne Unterschied des Glaubens, der Herkunft oder des Geschlechts.
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