Gewalt im Freibad: Polizei fordert stärkere Kontrollen

    Gewalt im Schwimmbad:Polizei fordert mehr Kontrollen in Freibädern

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    In Freibädern kommt es immer häufiger zu Gewalt. Die Gewerkschaft der Polizei spricht sich daher für mehr Kontrollen aus - auch mithilfe privater Sicherheitskräfte.

    Das Sommerbad Neukölln am Columbiadamm wurde am Mittwochabend von Polizisten geräumt.
    Das Sommerbad Neukölln am Columbiadamm wurde am Mittwochabend von Polizisten geräumt.
    Quelle: dpa

    Angesichts gewaltvoller Auseinandersetzungen in Schwimmbädern hält die Gewerkschaft der Polizei (GdP) strengere Einlasskontrollen für erforderlich. "Diese sollten von privaten Sicherheitsunternehmen unterstützt werden, um das Hausrecht von Beginn an deutlich machen", sagte der Bundesvorsitzende Jochen Kopelke dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). In einem Berliner Freibad gab es erst am Mittwochabend wieder einen Polizeieinsatz wegen einer Auseinandersetzung.
    Vor diesem Hintergrund sprach sich der Bundesverband Deutscher Schwimmmeister für mehr Unterstützung durch die Polizei aus. Diese sollte auf Streifenfahrten auch in Bädern vorbeischauen, um zu signalisieren: "Auch hier gelten Recht und Gesetz", sagte Präsident Peter Harzheim der "Neuen Osnabrücker Zeitung".
    Bademeister in einem Freibad
    In Freibädern kommen viele Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen zusammen, sagt Schwimm-Verbandsmeister Peter Harzheim.
    Quelle: dpa

    "Wir erleben zunehmend Aggression und Respektlosigkeit in den Bädern", beklagte Harzheim. Insbesondere Kolleginnen seien betroffen und würden zum Teil auch bedroht.

    Die Probleme konzentrieren sich sehr stark auf Bäder in Großstädten.

    Peter Harzheim, Präsident Bundesverband Deutscher Schwimmmeister

    Dutzende Polizisten räumen Schwimmbad in Berlin

    Die Polizei in Berlin räumte nach der Auseinandersetzung das Sommerbad Neukölln am Columbiadamm, wie ein dpa-Reporter berichtete. Mehrere Dutzend Polizisten erschienen gegen 19.00 Uhr in dem Schwimmbad. Die Beamten verwiesen auf Nachfrage auf die Leitung des Schwimmbades, die das Hausrecht habe. Diese habe die Schließung angeordnet.
    Auf oder an der Rutsche hätten sich einige Jugendliche nicht benommen, es habe eine Schlägerei gegeben. Wachleute, die die Polizei unterstützen, ergänzten: "Geräumt wird wegen einer Schlägerei an der Rutsche." Gegen 19.30 Uhr war das Bad leer und schloss.
    In einem Freibad in Mannheim war es am Wochenende ebenfalls zu Tumulten gekommen. Es gab mehrere Verletzte.
    "Freibäder sind Orte, an denen viele Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen zusammenkommen", sagte Schwimmmeister-Verbandschef Harzheim.

    Das birgt Potenzial für Stress.

    Peter Harzheim, Präsident Bundesverband Deutscher Schwimmmeister

    Der äußere sich dann beispielsweise in Massenschlägereien.

    Keine Streifen am Beckenrand geplant

    Aus Sicht des GdP-Bundesvorsitzenden Kopelke müssten Hausverbote in einer empfindlichen Länge schnell und niederschwellig verhängt werden können. "Zudem dürfte eine Videoüberwachung für weitere Abschreckung sorgen", sagte er. Betreiber müssten gemeinsame Konzepte mit der Polizei und den Rettungsdiensten abstimmen.

    Die Polizei wird dabei unterstützen, Streifen am Beckenrand wird es jedoch nicht geben.

    Jochen Kopelke, Gewerkschaft der Polizei

    Berlin diese Woche: Polizei muss zweimal einschreiten

    Insbesondere im Sommer kommt es bundesweit in Freibädern zu Tumulten oder Schlägereien, so dass die Polizei einschreiten muss. In Berlin war dies allein in dieser Woche schon zweimal der Fall.
    Erst am Montag eskalierte in einem Freibad in Pankow ein Streit. Es kam zu einer Schlägerei, an der laut Polizei rund 30 Menschen beteiligt gewesen sein sollen.
    Rechenzentrum heizt Schwimmbad
    Im britischen Devon nutzt ein Schwimmbad die Wärme eines waschmaschinengroßen Rechenzentrums, um Halle und Wasser zu beheizen.04.04.2023 | 1:30 min

    1,5 Millionen Euro jährlich für Sicherheitsfirmen

    Die Bäder-Betriebe in der Hauptstadt sprachen von Einzelfällen angesichts der vielen Bäder und Öffnungstage in einem langen Sommer mit Millionen Besuchern. Das Unternehmen setzt an heißen Wochenenden Mitarbeiter von privaten Sicherheitsfirmen ein. Rund 1,5 Millionen Euro werden dafür pro Jahr ausgegeben.
    In den vergangenen fünf Jahren wurden in allen Bädern der Hauptstadt fast 1.300 Hausverbote ausgesprochen, wie aus einer Antwort des Senats für Inneres und Sport auf eine parlamentarische Anfrage der AfD hervorgeht.
    Quelle: dpa

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