Die Deutschen - Gustav Stresemann und die Republik
Gustav Stresemann (1878 - 1929) wurde Reichskanzler, als die junge Weimarer Republik einmal mehr ins Chaos stürzte: im Krisenjahr 1923. Deutschland litt noch immer an den Folgen des verlorenen Krieges und des Versailler Vertrags.
Eckdaten
1898 bis 1901 Studium der Nationalökonomie, Abschluss mit Promotion zur "Entwicklung des Berliner Flaschenbiergeschäfts"
1907 Für die Nationalliberale Partei zieht Stresemann als jüngster Abgeordneter in den Reichstag
15. Dezember 1918 Offizielle Gründung der von Stresemann mitinitiierten Deutschen Volkspartei (DVP)
13. August 1923 Stresemann wird Reichskanzler und Reichsminister des Auswärtigen
26. September Stresemann erklärt Ende des passiven Widerstandes im "Ruhrkampf"
9. November Gescheiterter Hitlerputsch in München
30. November Wilhelm Marx wird Reichskanzler, Stresemann bleibt Außenminister
10. Dezember 1926 Stresemann erhält gemeinsam mit seinem französischen Kollegen Aristide Briand Friedensnobelpreis für deutsch-französische Annäherungspolitik
3. Oktober 1929 Gustav Stresemann erliegt den Folgen eines Schlaganfalls
Hundert Tage Kanzlerschaft
In etwas mehr als 100 Tagen fällte Stresemann als Kanzler einer Großen Koalition wichtige Entscheidungen zur Rettung der Demokratie. Die Ruhrkrise wurde entschärft, die Inflation beendet, den Aufständen von links und rechts der Boden entzogen. Hitlers Putschversuch vom 9. November 1923 endete im Kugelhagel der Polizei.