Ein Tag in ... - Ein Tag in der Kaiserzeit
Die spannende Zeitreise in den Alltag führt nach Berlin in die Kaiserzeit und zeigt einen Tag im Leben der Dienstmagd Minna Eschler im Jahr 1907.
Ein Dienstmädchen in der Kaiserzeit
Das Leben in der boomenden Metropole ist getragen von der Dynamik der Industrialisierung und des technischen Fortschritts sowie eines ungeheuren wirtschaftlichen Aufschwungs. Innerhalb von wenigen Jahrzehnten hat Berlin seine Einwohnerzahl verzehnfacht. Vor allem die arme Landbevölkerung aus dem Osten strömt zu Hunderttausenden in die Hauptstadt. Minna ist eine von ihnen, auf der Suche nach einer Zukunft, die sie in den bitterarmen Landstrichen Pommerns oder Schlesiens nicht hat.
Berlin: stressig und unwiderstehlich
Auch an Minnas Arbeitsplatz im Haushalt eines Stuhlrohrfabrikanten hält der Fortschritt Einzug. In der Küche gibt es neuartige Geräte - die erste elektrische Kaffeemaschine und einen strombetriebenen Eierkocher. Doch die Köpfe hängen noch in der alten Zeit. In der wilhelminischen Epoche funktioniert alles nach Befehl und Gehorsam. Die Hierarchien sind undurchlässig - in der Gesellschaft wie in der Familie. Neuankömmlinge wie Minna stehen ganz unten, nur knapp über Prostituierten und Kriminellen.
16 Stunden-Tag, kaum Freizeit
Doch Minnas Tag führt sie aus den verborgenen Dienstboten-Gängen und Gesinderäumen der bürgerlichen Villen hinaus in die exotisch bunte Warenwelt der Kolonialwarenläden, in das ebenso düstere wie schillernde Milieu der Hinterhöfe, der Proletarier und Prostituierten, in dem eine eigene Sprache und eigene Regeln herrschen. Schließlich kommt sie in das edle Hotel Adlon, das kurz vor seiner Eröffnung steht. Dort gibt es auch für Mädchen Chancen, die nichts gelernt haben, außer gut zu kochen.
Sendungsinformationen
Erstausstrahlung ZDF: 18. Dezember 2016, 19.30 Uhr
Film von Sigrun Laste, Thomas Lischak und Jochen Ruderer
Redaktion TV Claudia Moroni
Redaktion Online Michael Büsselberg
Prof. Dr. Gunilla Budde. Historikerin. Forschungsschwerpunkte: Europäisches Bürgertum des 19. Jahrhunderts, die Geschichte des Dienstmädchens sowie Frauen- und Geschlechtergeschichte
Zusätzliche Experten
Prof. Dr. Konrad Dussel: Historiker und Medienhistoriker mit Schwerpunkt auf die Jahre in Deutschland zwischen Kaiserreich, Weimarer Republik und NS-Staat
Prof. Dr. Gunther Hirschfelder: Kulturanthropologe, Volkskundler und Autor, Forschungsschwerpunkt: vergleichende Kulturgeschichte
Dr. Eva Eßlinger: Germanistin. Forschungsschwerpunkte: Europäische Literatur des 18. Jahrhunderts bis zur Frühen Moderne, Sozial- und Familiengeschichte des 18. und 19. Jahrhunderts
Prof. Dr.-Ing. Johannes Cramer: Architekt. War Professor der Bau- und Stadtbaugeschichte an der Technischen Universität Berlin