ZDFinfo - die Einzeldokus - Gérard Depardieu - Macho, Macht, Missbrauch
In Frankreich galt Gérard Depardieu jahrzehntelang als "monstre sacré", als unantastbare Schauspiel-Ikone. Doch immer mehr Frauen werfen ihm sexuelle Belästigung und sogar Vergewaltigung vor.
In Frankreich galt Gérard Depardieu jahrzehntelang als "monstre sacré", als unantastbare Schauspiel-Ikone. Doch immer mehr Frauen werfen ihm sexuelle Belästigung und sogar Vergewaltigung vor.
Verstörend, übergriffig und sexistisch
Fünf Jahre später gelangt dieses Drehmaterial doch noch an die Öffentlichkeit. Anlass sind mehrere Prozesse gegen den Kultschauspieler wegen Missbrauchs und Vergewaltigung. Die unabhängige Internetplattform "Mediapart" hat zusätzlich mit 13 Frauen gesprochen, die von übergriffigem Verhalten Depardieus am Set berichtet haben. Depardieu hat sich seitdem nur einmal in einem offenen Brief in der Zeitung "Le Figaro" geäußert. Er weist alle Vorwürfe zurück und spricht von einem medialen "Lynchmord".
Eine Schauspiel-Ikone im freien Fall
Dabei brüstet er sich schon in einem Interview 1978 mit Gruppenvergewaltigungen, in die er im Alter von neun Jahren verwickelt war. Als er 1991 für seine Schauspielerleistung im Film "Cyrano de Bergerac" für einen Oscar nominiert wird, gräbt die amerikanische Journalistin Victoria Foote-Blackman vom "Time Magazine" dieses alte Interview aus und befragt ihn dazu. Es kommt zu einem Skandal in den USA, Depardieu bekommt keinen Oscar. Die französische Öffentlichkeit wittert damals eine Verschwörung gegen ihren Superstar.
Doch seit Bekanntwerden der neuen Vorwürfe befindet sich der Schauspieler im freien Fall. Produzenten und Fernsehsender wenden sich von ihm ab.