ZDFzeit - Letzte Ausfahrt Midterms – Demokratie in Gefahr?
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- 03.11.2026
- ZDF
Die Midterms am 3. November entscheiden nicht nur über die Machtverhältnisse im Kongress: Es geht um Donald Trumps Politik und die Frage, ob die demokratischen Regeln akzeptiert werden.
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Die ZDF-Doku "Letzte Ausfahrt Midterms – Demokratie in Gefahr?" erzählt diese Geschichte in Arizona, einem der umkämpftesten Bundesstaaten Amerikas. Dort verdichtet sich, was das ganze Land bewegt: der Streit über Migration und wirtschaftliche Sicherheit, über politische Macht – und über die Zuverlässigkeit von Wahlen. Demokratie lebt vom Vertrauen darauf, dass die Debatte endet, wenn die Stimmen ausgezählt sind.
In Arizona ist dieses Vertrauen seit 2020 beschädigt. Damals entschieden wenige tausend Stimmen in Maricopa County über die Präsidentschaftswahl. Über Generationen republikanisch, ging das bevölkerungsreichste County Arizonas erstmals seit Jahrzehnten an die Demokraten. Donald Trump hatte schon vor der Auszählung Zweifel an der Wahl gesät. Als sie gegen ihn ausfiel, glaubten ihm viele seiner Anhänger. Zwei Monate später stürmten Protestierende das Kapitol in Washington.
Der Zweifel an Wahlen blieb – nicht als Erinnerung, sondern als politische Methode. Obwohl Arizona 2024 wieder republikanisch wählte, ist er nicht verschwunden. Laut Umfragen erwarten 70 Prozent der republikanischen Wähler und Wählerinnen weiterhin Betrug. Maricopa County ist deshalb der perfekte Mikrokosmos für ein Land im Konflikt: Viereinhalb Millionen Menschen leben zwischen den boomenden Technologiecampus und neuen Vorstädten von Phoenix, Rentnersiedlungen und Häusern am Rand der Wüste. Zwei Versionen von Amerika treffen hier aufeinander und wählen gegeneinander.
Der Film begleitet Menschen, deren politische Überzeugungen zu Lebenswelten geworden sind. Barbie und Ken leben in der Welt von Rodeos, Patriotismus und Trump-Begeisterung. Für das MAGA-Paar verkörpert Trump Stärke, Ordnung und ein Amerika, das aus seiner Sicht verloren gegangen ist. Aurelia dagegen mobilisiert mit der Initiative LUCHA Menschen in ihrer Nachbarschaft, klärt sie über ihre Rechte auf, wirbt dafür, sich registrieren zu lassen und wählen zu gehen. An der Grenze zu Mexiko begleitet die Dokumentation zudem Sheriff Dannels, der die Folgen der Migrationspolitik unmittelbar erlebt. Er ist überzeugt, dass erst Trump wieder für Sicherheit gesorgt habe.
Können die Midterms noch eine demokratische Korrektur sein, wenn Misstrauen in Wahlen und Institutionen selbst zum politischen Programm wird? Was bedeutet eine Zwischenwahl, wenn die Menschen im selben Bundesstaat längst nicht mehr dieselbe Vorstellung davon haben, was auf dem Spiel steht? Ergänzt werden die persönlichen Geschichten durch Einschätzungen aus Politik, Wissenschaft und Medien, unter anderem von Tucker Carlson und Karen Attiah. So entsteht das mosaikartige Bild eines Landes, in dem kaum noch ein gemeinsamer Blick auf die Wirklichkeit möglich scheint.
Stab
- Kamera - Marcel Mettelsiefen, Stefan Wiesen