Bobo-Doll-Studien: Aggressive Vorbilder, aggressive Kinder?
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Bobo-Doll-Studien: Aggressive Vorbilder, aggressive Kinder?
  • 15.06.2026

Gewalt sehen, Gewalt lernen? Leon Windscheid zeigt anhand der Bobo-Doll-Experimente, wie Vorbilder aggressives Verhalten bei Kindern prägen und was das für ein mögliches Social- Media-Verbot bedeutet.

Terra Xplore
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Bobo-Doll-Studien: Aggressive Vorbilder, aggressive Kinder?

Gewalt sehen, Gewalt lernen? Leon Windscheid zeigt anhand der Bobo-Doll-Experimente, wie Vorbilder aggressives Verhalten bei Kindern prägen und was das für ein mögliches Social- Media-Verbot bedeutet.

1961 zeigt Albert Bandura in einem ersten Bobo-Doll-Experiment: Kinder schauen genau hin – und ahmen aggressives Verhalten von Erwachsenen nach. Was sie sehen, prägt ihr eigenes Handeln.

Was im Bobo-Doll-Experiment mit den Kindern passiert

Drei- bis sechsjährige Kinder sehen, wie eine erwachsene Person eine Puppe schlägt, tritt und beschimpft. Kurz darauf verhalten sie sich ähnlich. Psychologe Leon Windscheid erklärt, wie Lernen durch Beobachtung funktioniert – und warum es bis heute relevant ist.

Darum ist das Bobo-Doll-Experiment so wichtig

Banduras Studien gelten als Meilenstein: Sie zeigen, dass Menschen nicht nur durch Belohnung oder Bestrafung lernen, sondern auch durch Beobachtung und Imitation. Dieses Prinzip nennt man Lernen am Modell.

Macht Mediengewalt Kinder aggressiv?

Schon 1963 untersucht Bandura in einem weiteren Experiment, ob Kinder durch Gewalt im Fernsehen beeinflusst werden. Heute stellt sich die Frage neu: Welche Rolle spielen Serien, Social Media oder Games für Kinder und ihr Verhalten?
Psychotherapeutin Dr. Isabel Brandhorst geht davon aus, dass Mediengewalt als ein mögliches Verhaltensskript gespeichert wird. Ob es später wirksam wird und sich in aggressivem Verhalten zeigt, hängt jedoch von vielen weiteren Einflüssen ab. Modelllernen prägt uns oft stärker, als wir denken. In unserem Alltag sind wir deshalb fast immer auch Vorbilder – ob bewusst oder unbewusst.