Trotz aller Hindernisse gelingt es dem talentierten Mädchen, größere Vereine auf sich aufmerksam zu machen, und nach einigen Jahren wird sie sogar in die französische Frauen-Nationalmannschaft berufen. Doch in ihrem Heimatland gibt es für Spielerinnen keine professionellen Rahmenbedingungen. Als Marinette ein Angebot aus Philadelphia bekommt, scheint sich alles zum Guten zu wenden. In den USA kann sie sich endlich frei entfalten, sowohl sportlich als auch privat.
In der weltweit ersten Profiliga für Frauenfußball erhält sie eine faire Bezahlung, außerdem kann sie offen zu ihrer Homosexualität stehen. Doch der amerikanische Traum ist nicht von Dauer: Ihre erste wirkliche Beziehung entwickelt sich nach und nach zum Albtraum, und der Spielbetrieb der kompletten Liga wird wegen finanzieller Probleme eingestellt. Marinette kehrt nach Frankreich zurück, wo sie ihre erfolgreiche Karriere fortsetzt und sich für die Rechte der Fußballerinnen engagiert.
Marinette Pichon gehört noch immer zu den erfolgreichsten Fußballerinnen Frankreichs. Sie wurde mehrfach Torschützenkönigin der ersten französischen und der US-Liga und gewann mit dem Juvisy FCF eine Meisterschaft und einen Pokal. 2001 wurde sie zur Spielerin des Jahres in ihrem Heimatland gekürt. Bis 2020 war die ehemalige Stürmerin mit 81 Treffern erfolgreichste Torschützin der Nationalmannschaft.
Die Regisseurin Virginie Verrier beleuchtet in ihrem Film ausgewogen alle Facetten der Hauptfigur: Die erfolgreiche Sportkarriere mit Höhepunkten und Rückschlägen, sowie das nicht einfache Privatleben, inklusive der schweren Kindheit. Somit gerät die Biographie nicht zu nüchtern und präsentiert sich als packende Geschichte einer außergewöhnlichen Frau, die von Garance Marillier mit einer umfangreichen Bandbreite an Emotionen eindrucksvoll verkörpert wird.
Außerdem liegt es der Filmemacherin am Herzen auf die Benachteiligung der Fußballerinnen aufmerksam zu machen: Obwohl sich im Lauf der Zeit vieles an den Strukturen verbessert hat und internationale Turniere mittlerweile mediale Großereignisse sind; die Bezahlung ist noch immer unverhältnismäßig schlecht. Nur in wenigen Ländern existieren wirkliche Profiligen, die es den Spielerinnen ermöglichen, den beliebtesten Sport der Welt als Beruf auszuüben.
Darsteller
- Marinette - Garance Marillier
- Mutter - Émilie Dequenne
- Vater - Alban Lenoir
- Trainer Brienne - Fred Testot
- Trainerin Saint-Memmie - Sylvie Testud
- Trainerin Nationalteam - Caroline Proust
Stab
- Regie - Virginie Verrier
- Autor - Virginie Verrier
- Kamera - Xavier Dolléans
- Schnitt - Jérôme Bréau
- Musik - Jean-Fabien Dijoud