Zeugen des Jahrhunderts - Joschka Fischer
- Geschichte
- Interview
- hintergründig
- 10.07.2017
- ZDF
Der ehemalige Bundesaußenminister Joschka Fischer im Gespräch mit Marietta Slomka
Fischer erlebte und prägte wichtige Etappen der bundesdeutschen Geschichte: ob als Sponti auf den Straßen Frankfurts, als erster grüner Umweltminister, im Deutschen Bundestag oder als Außenminister der rot-grünen Bundesregierung.
Neuer Populismus und Nationalismus
Im Gespräch mit Marietta Slomka äußert sich Joschka Fischer aber auch zu aktuellen politischen Themen, so zum neuen Populismus und Nationalismus: "Überall entsteht neuer Nationalismus, auch bei uns. … In Deutschland kann man nicht sagen: 'Make Germany great again'. Großdeutschland war keine gute Idee, wie wir aus unserer Geschichte wissen."
Eine Übergangsphase, die noch nicht zu Ende ist
Europa muss sich für Fischer noch wesentlich weiter entwickeln: "Ich denke, es hängt allein an uns Europäern – wie sagte die Kanzlerin – ob wir unser Schicksal in die eigenen Hände nehmen, ein Stück weit. Ich meine ein großes Stück weit. Das ist die Herausforderung. Wir sind in einer Übergangsphase, die am 9. November '89 begonnen hat und immer noch nicht zu Ende ist."
Deutschlands Stärke für Europa einsetzen
Nach seinen persönlichen Wünschen gefragt, sagt Fischer: "Was ich mir wünschen würde, ist, … dass Deutschland seine Stärke für dieses Europa einsetzt und dieses Europa gemeinsam mit unserem Partner Frankreich schafft. Das wünsche ich mir auch persönlich, ich habe immerhin vier Enkelkinder, und deren Zukunft wird das dann sehr stark betreffen, weniger meine. Ein bedeutender Frankfurter Fußballlehrer sagte mal: 'Lebbe geht weiter'."