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Tag der Arbeit: Warum der 1. Mai jetzt so wichtig ist
30.04.2026
Zum 1. Mai spitzt sich der Streit um Arbeitsreformen zu: Mirko Drotschmann erklärt, warum die Politik mehr Arbeit fordert und Gewerkschaften vor schlechteren Bedingungen warnen.
Zum 1. Mai spitzt sich der Streit um Arbeitsreformen zu: Mirko Drotschmann erklärt, warum die Politik mehr Arbeit fordert und Gewerkschaften vor schlechteren Bedingungen warnen.
Für Gewerkschaften ist der 1. Mai so etwas wie der höchste Feiertag. Und ausgerechnet dieser "Tag der Arbeit" könnte bald zu einem ganz normalen "Arbeitstag" werden - zumindest gab es Gerüchten zufolge einen entsprechenden Vorschlag aus der Union.
Die Aufmerksamkeit auf den 1. Mai ist dieses Jahr also besonders groß. Das liegt auch daran, dass Arbeitgeber und einige Vertreter der Regierungskoalition Reformen fordern, die mehr Arbeit bedeuten würden.
Warum ist der 1. Mai dieses Jahr besonders wichtig?
Weil es derzeit hitzige Debatten rund ums Thema Arbeit gibt. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat Anfang des Jahres mit der Aussage für Aufsehen gesorgt, dass mehr gearbeitet werden müsse, um den Wohlstand des Landes erhalten zu können. Die Arbeitgeber unterstützen das und fordern Reformen, etwa beim Sozialstaat. Die Gewerkschaften wehren sich gegen Vorhaben, die mehr Arbeit oder zum Beispiel schlechtere Bedingungen für Arbeitnehmer bei Krankschreibungen bedeuten würden.
Welche konkreten Vorschläge zu Reformen rund ums Thema Arbeit gibt es?
Union und SPD haben im Koalitionsvertrag festgehalten, das Arbeitszeitgesetz flexibler zu gestalten und eine wöchentliche statt einer täglichen Höchstarbeitszeit einzuführen. Die Gewerkschaften sind dagegen und wollen am Acht-Stunden-Tag festhalten. Weitere Beispiele: Unionspolitiker sollen bei Verhandlungen mit der SPD vorgeschlagen haben, dass die Länge der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gekürzt werden soll. Außerdem wurde die Einführung eines "Karenztags" bei Krankmeldungen ins Spiel gebracht. Das würde bedeuten, dass der erste Tag einer Krankmeldung nicht mehr bezahlt würde.
Welche Herausforderungen gibt es noch für Gewerkschaften?
Sie haben mit rückläufigen Mitgliederzahlen und schwindendem Einfluss zu kämpfen. 1994 waren noch fast zehn Millionen Menschen im Deutschen Gewerkschaftsbund. Seitdem ist die Zahl immer weiter nach unten gegangen, 2025 waren es nur noch rund 5,5 Millionen Mitglieder. 1996 arbeiteten noch knapp zwei Drittel der Beschäftigten in Betrieben mit Branchentarifvertrag. 2024 war es nur noch ein Drittel.