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Die Fußball-WM in Mexiko, Kanada und den USA steht vor der Tür - und irgendwie wird gefühlt mehr über Politik diskutiert als über Aufstellungen und Taktik?
Die Fußball-WM in Mexiko, Kanada und den USA steht vor der Tür - und irgendwie wird gefühlt mehr über Politik diskutiert als über Aufstellungen und Taktik?
Die Versuche von Politikern, Staaten oder Unternehmen, mit Sportveranstaltungen ihr Image aufzupolieren, werden als "Sportswashing" bezeichnet. US-Präsident Donald Trump hat damit keine Berührungsängste. Er nutzt Autorennen oder Kampfsportevents für Publicity - und hat jetzt auch den Fußball für sich entdeckt. In den vergangenen Monaten empfing er Lionel Messi und Cristiano Ronaldo. Ein friedliches, internationales Fußballfest ist für ihn eine Chance, von Misserfolgen abzulenken. Seine Zustimmungswerte sind so schlecht wie noch nie.
Trump und die FIFA
Vielen Kritikern und Fußballromantikern ist die enge Beziehung zwischen Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino ein Dorn im Auge. Die beiden sind übers Sportliche hinaus miteinander verbunden.
Infantino verlieh Trump 2025 den eigens für ihn erfundenen FIFA-Friedenspreis. Er ist außerdem Mitglied im "Board of Peace", den Trump als Konkurrenz zu den Vereinten Nationen ins Leben gerufen hat, und war beim umstrittenen Gaza-Friedensgipfel dabei.
Iran bei der WM
Die Teilnahme Irans führt zu der grotesken Situation, dass Fußballer in einem Land antreten, das gegen ihren Staat Krieg führt. Die drei Vorrundenspiele finden in Los Angeles und Seattle statt. Die Mannschaft wird aber nur für die Spiele ins Land fliegen. Sie hat ihr WM-Quartier nämlich kurzfristig von den USA nach Mexiko verlegt. Für iranische Staatsbürger gilt ein Einreiseverbot.
Ticketpreise
Die FIFA setzt bei den Tickets auf das Prinzip "Dynamic Pricing", bei denen die Preise nicht fix sind, sondern sich je nach Nachfrage verändern. Das führt zu teils absurden Preisen. Selbst Karten für günstigere Kategorien bei Vorrundenspielen gehen für mehrere hundert Euro weg - bei beliebten Spielen werden auch mal mehrere Tausend Euro für ein Ticket aufgerufen.
Jetzt hat sogar die Staatsanwaltschaft eine Untersuchung zum Ticketverkauf angekündigt, weil die FIFA den Ticketverkauf "zu einem wahren Labyrinth aus Verwirrung, künstlicher Verknappung und horrenden Preisen" gemacht habe.
"Aufgeblähtes" Turnier?
Mit 48 statt zuletzt 32 Teilnehmern ist die WM 2026 das bisher größte Turnier. Das gibt einerseits auch kleineren Fußballnationen die Chance, auf der ganz großen Bühne mitzuspielen. Kritiker vermuten aber, dass dabei das Geld im Vordergrund steht: Mehr Spiele bedeuten schließlich mehr Einnahmen.
Dazu kommt, dass wegen der vielen Spiele und der Aufteilung auf 16 Spielorte in drei Ländern enorme Reisedistanzen zusammenkommen. Das ist nicht nur unpraktisch für die Fans, sondern es wird jede Menge CO2 ausgestoßen. Dabei verspricht die FIFA eigentlich Nachhaltigkeit und will bis 2030 ihre CO2-Emissionen halbieren.