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Autoritär und aggressiv: Wie Putin Russland umgebaut hat
25.06.2026
Vor mehr als 25 Jahren ist Wladimir Putin als Präsident an der Spitze der Atommacht Russland angekommen. Seitdem hat er den Staat immer stärker auf seine Person zugeschnitten.
Vor mehr als 25 Jahren ist Wladimir Putin als Präsident an der Spitze der Atommacht Russland angekommen. Seitdem hat er den Staat immer stärker auf seine Person zugeschnitten.
Mirko Drotschmann erklärt, wie Putin an die Macht kam, wie er sich so lange dort halten und Russland zu einem Land umbauen konnte, das nach innen autoritär und nach außen aggressiv-imperialistisch auftritt.
Wie kam Putin an die Macht?
In den 1990er-Jahren legt Putin eine steile politische Karriere hin. Nach dem Zerfall der Sowjetunion ist er ein politischer Nobody, aber er macht sich als rechte Hand des Bürgermeisters von Sankt Petersburg schnell einen Namen.
Dann geht es Schlag auf Schlag: 1998 wird er Chef des Inlandsgeheimdiensts FSB, im August 1999 Premierminister. Als Boris Jelzin Silvester 1999 als Präsident zurücktritt, wird Putin sein Nachfolger - er ist an der Spitze angekommen.
Was macht Putin in Russland populär?
In den ersten Jahren seiner Präsidentschaft gibt Putin den hart durchgreifenden "Ordnungshüter", der in Russland "aufräumt". Er legt sich mit den reichen und mächtigen Oligarchen an - zumindest mit denen, die ihm gegenüber nicht loyal sind. Das kommt bei vielen Russinnen und Russen gut an.
Außerdem geht es wirtschaftlich bergauf. Russland profitiert von steigenden Ölpreisen. Der Lebensstandard wird deutlich gesteigert, das Bruttoinlandsprodukt wächst. Von der Popularität, die ihm diese frühen Erfolge einbringen, zehrt Putin bis heute.
Er baut föderale Strukturen ab und richtet den Staat stärker auf Moskau aus - und damit auf sich. Er macht sich die Partei "Einiges Russland" zu eigen, die seitdem im Grunde sein Programm unterstützt. Politische Gegner werden eingeschüchtert. Bei Protesten gibt es Verhaftungen. Und es gibt eine lange Liste von Kritikern, die Opfer von Anschlägen werden. Schließlich werden die Handlungsspielräume der Opposition auch gesetzlich eingeschränkt. Letztlich wird der Kreis derer, die im Kreml noch mitreden, immer kleiner.
Ein wichtiger Machtfaktor ist außerdem, dass er die russisch-orthodoxe Kirche auf seiner Seite hat und mit deren Oberhaupt Kirill I. befreundet ist. Dazu kommt eine gezielte Geschichtspolitik und Umerziehung in Schulen. Beobachter beschreiben, dass die Bevölkerung möglichst passiv-wohlwollend bleiben und sich im besten Fall gar nicht für Politik interessieren soll.