Die Themen der Sendung:
Feministisches Magazin "Emma" wird eingestellt - Gespräch mit Carolin Wiedemann
Ein halbes Jahrhundert prägte die feministische Zeitschrift "Emma" von Alice Schwarzer die Bundesrepublik, doch Ende des Jahres soll Schluss sein. "Nach 50 Jahren und 398 Ausgaben mit 36.584 Seiten verlässt 'Emma' die Bühne", teilte die 83-jährige Journalistin und Frauenrechtlerin am 21. Oktober mit. Schwarzer ist bis heute Herausgeberin und Chefredakteurin der von ihr gegründeten Zeitschrift. Passend zu ihrem kämpferischen Auftreten will Schwarzer ihre "Emma" dabei erhobenen Hauptes gehen lassen: Nicht aus ökonomischen Gründen, nicht wegen der sinkenden Auflage werde das feministische Magazin eingestellt, betonte sie. "Nein, wir gehen, weil wir meinen: Es reicht!" Drei Feministinnen-Generationen habe "Emma" die Stellung gehalten, allen Moden widerstanden und gegen manchen "Unsinn im Namen des Feminismus" Stellung bezogen. "Also gestattet: Jetzt sind wir ermattet." Am 8. Dezember erscheint die letzte Ausgabe von "Emma". Das sechsköpfige Team wolle die Zeitschrift "in voller Kraft stehend beenden", sagte Schwarzer der Wochenzeitung "Die Zeit". "Nach 50 Jahren stimmt der politische Bogen." Das Archiv der "Emma" werde in den Bestand des Deutschen Literaturarchivs Marbach übergehen. Dort werde es ab 2029 Interessierten, Medien und Forschenden offenstehen. Wir sprechen mit der Journalistin und Soziologin Carolin Wiedemann.
Serbien vor der Wahl: Von der Studierendenbewegung zur Partei - Gespräch mit Florian Bieber
Seit fast zwei Jahren tobt in Serbien die offene Konfrontation zwischen dem Machtapparat von Präsident Aleksandar Vučić und der Protestbewegung. Der Kampf gegen Korruption, für Rechtsstaatlichkeit und unabhängige Institutionen hält an, Vučić hat den Zugriff eher noch verschärft. Dass die Wahlen vorgezogen werden, hat die Protestbewegung erreicht. Aus den Studentenprotesten ist eine "Studierendenliste" geworden, die sich zur Wahl stellt und gute Chancen hat, stärkste Kraft zu werden. Die "Studierendenliste" will bewusst keine klassische Partei sein - sie eint der Kampf gegen Korruption und Erosion der Demokratie, darüber hinaus ist sie sehr divergent. Sie macht mit Kunst-Aktionen genau so Wahlkampf wie mit Haustürgesprächen, Telefonaktionen und der Kampagne “Ein Student in jedem Dorf”, um die Bewegung gegen Vučić ins ganze Land zu tragen. Vučić, der bereits zwölf Jahre lang Präsident oder Premier war, will wieder Ministerpräsident werden. Wir begleiten die Oppositionsbewegung bei ihrem Wahlkampf und beleuchten die Ursprünge der Proteste. Wir sprechen mit dem Politologen und Historiker Florian Bieber, Leiter des Zentrums für Südosteuropastudien.
Midterm-Wahlen in den USA
Die "Midterms" könnten die Machtverhältnisse unter Donald Trump verschieben. Am 3. November wird in den USA gewählt. Sowohl im Repräsentantenhaus, als auch im Senat könnten sich neue Mehrheiten ergeben. Während Demokraten auf eine "blaue Welle" hoffen, versucht Präsident Trump das Wahlrecht einzuschränken. Historisch hat der US-amerikanische Schriftsteller Richard Ford die Zwischenwahlen immer wieder als Seismografen für den Zustand der amerikanischen Seele genutzt. Der 82-Jährige, dessen Romane immer das Politische im Privaten spiegeln, zeigte sich nach Trumps erneutem Wahlsieg erschüttert.
Sein 56-jähriger Kollege Dave Eggers prognostiziert einen massiven Einbruch der Republikaner und geht von einem regelrechten Erdrutschsieg der Demokraten aus.
Ähnliche Inhalte entdecken