Bürgergeld unter Druck: Bedarf, Missbrauch und Systemfehler
Sarah Tacke schlägt sich in dieser Doku durch einen dichten Dschungel der deutschen Sozialstaatsbürokratie. Sie begleitet Jobcenter-Mitarbeitende in Berlin, die ihr Bestes geben, damit ihre Klientinnen und Klienten wieder in die Spur finden. Ein anderer Jobcenter-Insider berichtet ihr von Fehlern im System: Arbeit werde keine vermittelt, allenfalls Qualifizierungsmaßnahmen. Manche Empfänger hätten sich eingerichtet in der "Lebensalternative Bürgergeld" zusammen mit Minijob und Schwarzarbeit.
So auch ein Mann, der Bürgergeld bezieht und zugleich üppig schwarz nebenher verdient, ohne dass das jemand mitbekommt. Ein Betrüger, der gegenüber Sarah Tacke unumwunden zugibt, "den Staat seit 40 Jahren" auszunehmen, obwohl er gewiss regulär arbeiten könnte.
Ergänzung:
In der Dokumentation wurde in einer Passage über Sanktionen für Bürgergeldempfänger berichtet. Zwei Zahleneinblendungen bezogen sich auf die Zahl der Betroffenen von Leistungskürzungen. Im Grafiktitel wurde der Begriff "Totalverweigerer" verwendet, was nicht zum Sprechertext passte. Der Begriff wurde daher angepasst. Bei der Verknüpfung der Zahlen fehlte im Sprechertext das Wort "durchschnittlich", um die Zahl der insgesamt Betroffenen mit dem Jahresdurchschnitt ins Verhältnis zu setzen. Diese Präzisierung wurde ergänzt.
Welche Sanktionen braucht es? Sarah Tacke spricht mit jungen Arbeitslosen in Nordhausen/Thüringen, die neuerdings zur Arbeit gezwungen werden, notfalls mithilfe des Ordnungsamts. In Italien schaut sich Sarah Tacke die Folgen der drastischen Kürzungen von Sozialhilfen durch die Regierung von an. Wie viel Druck hält eine Gesellschaft aus?
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Stab
- Kamera - Sebastian Wagner, Felix Korfmann, Jonny Müller-Goldenstedt