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Die Sachbuch-Bestenliste für September 2025
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Die Sachbuch-Bestenliste für September 2025
  • 27.08.2025

Eine Jury aus 30 Kritikerinnen und Kritikern von ZDF, Deutschlandfunk Kultur und DIE ZEIT empfiehlt monatlich zehn herausragende Bücher.

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Die Sachbuch-Bestenliste für September 2025

Eine Jury aus 30 Kritikerinnen und Kritikern von ZDF, Deutschlandfunk Kultur und DIE ZEIT empfiehlt monatlich zehn herausragende Bücher.

TOP TEN September 2025

1. (-) Susana Monsó, Das Schweigen der Schimpansen. Wie Tiere den Tod verstehen, A. d. Spanischen von T. Brovot, Insel Verlag

Allein der Mensch ist sich seiner Sterblichkeit bewusst? Mitnichten. Affen putzen ihren Toten die Zähne, Krähen meiden Orte, an denen sie Kadaver gefunden haben. Die Philosophin Susana Monsó verbindet Verhaltensforschung und vergleichende Psychologie, um zu zeigen: Beim Sterben sind wir Tiere unter vielen. 74 Punkte

2. (-) Güner Yasemin Balci, Heimatland. Zähne zeigen gegen die Feinde der Demokratie, Berlin Verlag

Die Journalistin Yasemin Güner Balci erzählt vom Leben als Gastarbeiterkind in Berlin-Neukölln: Aufgewachsen in einem behüteten Multikulturalismus, machte sich in ihrem Kiez bald ein reaktionärer Islam breit. Differenziert zeigt sie die strukturellen Probleme, die diesen Aufstieg begünstigten. Eine Liebeserklärung an ihr Heimatland – und eine Kampfansage an die Feinde der Demokratie. 66 Punkte

3. (-) Anne Rabe, Das M-Wort. Gegen die Verachtung der Moral, Klett-Cotta

"Moral" ist zum Unwort geworden, zum Kampfbegriff von Rechten und Konservativen. Ob Armut, Migration oder Klimapolitik: Die Schriftstellerin Anne Rabe zeichnet nach, wie moralische Argumente systematisch diskreditiert werden – und zeigt, wie sie nicht nur Hindernis, sondern auch Teil der Lösung sein kann. 61 Punkte

4. (-) Götz Aly, Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933 bis 1945, S. Fischer

Wie konnte es geschehen, dass Hunderttausende an den Morden der Nazis mitwirkten? Aus umfassenden Quellen zeichnet der Historiker Götz Aly die Herrschaftsmethoden der NS-Machthaber nach: Verführt von Aufstiegsversprechen, getrieben von Angst, verwandelte sich die Volksgemeinschaft in wenigen Jahren in eine Verbrechensgemeinschaft. Ein präziser wie verstörender Blick in die deutsche Seele. 61 Punkte

5. (-) Patricia Evangelista, Some People Need Killing. Eine Geschichte der Morde in meinem Land, A. d. philippinischen Englisch von Z. Beck, CulturBooks

2016 wurde Rodrigo Duterte Präsident der Philippinen – und ließ im "Krieg gegen die Drogen" tausende Menschen ermorden. Die Journalistin Patricia Evangelista rekonstruiert den Schrecken dieser Jahre in einer akribisch recherchierten Reportage. Ein eindringliches Zeitdokument – und eine Warnung vor der Zerbrechlichkeit von Demokratien. 55 Punkte

6. (-) Helmut Lethen, Stoische Gangarten. Versuche der Lebensführung, Rowohlt

Die Gegenwart ist von Unversöhnlichkeit und Extremen geprägt – was kann uns die antike Lebenspraxis des Stoizismus da bieten? Nach einer überstandenen Hirnblutung begibt sich der Kulturwissenschaftler Helmut Lethen auf einen Gang durch die Jahrhunderte, um die Möglichkeiten der Gelassenheit zu erkunden. Ein gedankenfunkelnder Essay von persönlicher Dringlichkeit. 40 Punkte

7. (-) Heinrich August Winkler, Warum es so gekommen ist. Erinnerungen eines Historikers, C.H. Beck

Der Historiker Heinrich August Winkler zählt zu den prägenden Intellektuellen der Bundesrepublik. In seinen Erinnerungen erzählt er vom Aufwachsen in Königsberg während der NS-Zeit, von Begegnungen mit Adenauer oder Habermas – und von seinem unermüdlichen Ringen um die Verwestlichung Deutschlands. Mehr als Memoiren: ein politisch-moralischer Kompass für Zeiten des Umbruchs. 37 Punkte

8. (-) Henning Sußebach, Anna oder: Was von einem Leben bleibt, Die Geschichte meiner Urgroßmutter, C.H. Beck

Fotos, Poesiealben, ein Kaffeeservice und ein Verlobungsring – mehr besaß ZEIT-Reporter Henning Sußebach nicht, als er sich auf die Spur seiner Urgroßmutter Anna Kalthoff begab. Nach einem Jahr der Suche entstand das Bild einer Frau, die allen Widerständen trotzte. Bewegende Familiengeschichte und Zeitgemälde zugleich. 31 Punkte

9. (-) Michael Angele, Ein deutscher Platz. Die Ballade vom Stutti, dtv

Am "Stutti", der Stuttgarter Platz in West-Berlin, spiegelt sich die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts: Zufluchtsort für die Verlorenen des Krieges, Keimzelle der Studentenbewegung, Bühne des Undergrounds der 80er. Der Schweizer Journalist Michael Angele erzählt von schillernden Kiez-Größen und politischen Umbrüchen. Eine süffige Geschichte der alten Bundesrepublik. 30 Punkte

10. (-) Judith Butler, Wer hat Angst vor Gender?, A. d. Amerikanischen von K. Harlaß und A. Emmert, Edition suhrkamp

Die Gender Studies sind zum Feindbild reaktionärer Kräfte geworden – und ihre Vordenkerin Judith Butler gleich mit. In ihrem neuen Buch analysiert die US-Philosophin den Aufstieg der Anti-Gender-Bewegung – und zeigt: Sie ist Teil einer größeren Strategie zur Rücknahme emanzipatorischer Errungenschaften. Ein Plädoyer für breitere Koalitionen gegen den Rechtsruck. 28 Punkte

Jedes Jury-Mitglied der Sachbuch-Bestenliste vergibt monatlich an vier Sachbücher je einmal 15, 10, 6 und 3 Punkte.

Die Jury der Sachbuch-Bestenliste: René Aguigah (Deutschlandfunk Kultur), Peter Arens (ZDF),  Maja Beckers (DIE ZEIT) Susanne Billig (Deutschlandfunk Kultur), Ralph Bollmann (F.A.S.), Stefan Brauburger (ZDF), Alexander Cammann (DIE ZEIT), Gregor Dotzauer (Der Tagesspiegel), Heike Faller (DIE ZEIT), Daniel Fiedler (ZDF), Anja Fix (3sat), Jenny Friedrich-Freksa (Kulturaustausch), Manuel J. Hartung (ZEIT-Stiftung), Thorsten Jantschek (Deutschlandfunk Kultur), Kim Kindermann (Deutschlandfunk Kultur), Hannah Lühmann (DIE WELT), Tania Martini (FAZ), Susanne Mayer (DIE ZEIT), Peter Neumann (DIE ZEIT), Catherine Newmark (Deutschlandfunk Kultur), Jutta Person (freie Literaturkritikerin), Jens-Christian Rabe (Süddeutsche Zeitung), Christian Rabhansl (Deutschlandfunk Kultur), Anne Reidt (ZDF), Anna Riek (ZDF), Stephan Schlak (Zeitschrift für Ideengeschichte), Katharina Schmitz (freie Autorin), Hilal Sezgin (freie Autorin), Catrin Stövesand (Deutschlandfunk), Elisabeth von Thadden (DIE ZEIT)

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