Salwa Houmsi in Sisimiut, der zweitgrößten Stadt Grönlands. Sie steht in einer Schneelandschaft, hinter ihr sind Schlittenhunde zu sehen.
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Wer sind sie, diese Grönländer?

Lange war Grönland dänische Kolonie. Neuerdings hat Donald Trump Begehrlichkeiten. Aber wie sehen sich die Grönländer selbst? Salwa Houmsi spricht mit ihnen – nicht über sie.

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Wer sind sie, diese Grönländer?

Lange war Grönland dänische Kolonie. Neuerdings hat Donald Trump Begehrlichkeiten. Aber wie sehen sich die Grönländer selbst? Salwa Houmsi spricht mit ihnen – nicht über sie.

Salwa Houmsi fährt für "aspekte" nach Sisimiut. In der zweitgrößten Stadt Grönlands – gerade einmal 5500 Einwohner – findet jedes Jahr zu Ostern das "Arctic Sounds Festival" statt. Eine Bühne für Musiker aus Grönland und anderen arktischen Regionen, verbunden mit Workshops und Konferenzen rund um die Identität derer hoch oben am Polarkreis.

Was macht eigentlich einen "echten" Grönländer aus?

Der Singer-Songwriter Simon Lynge pendelt zwischen den Welten und Kontinenten. Als Sohn eines grönländisch-dänischen Paares in Grönland aufgewachsen, lebt er mittlerweile in den USA – und kehrt doch regelmäßig in seine Heimat, zu "seinen Leuten" zurück. Seine Songs schreibt er selbstverständlich auf Englisch.

Unvorstellbar für das Duo "TIU" Ivik Larsen und Pernille Kreutzmann, die ganz bewusst und ausschließlich in ihrer Sprache – "Kalaallisut" – singen, genau wie eine der wütendsten musikalischen Stimmen, wenn es um das koloniale Erbe Grönlands geht: der Rapper Tarrak.

Die grönländische Kultur der Inuit

Die Influencerin "Q" ist überzeugt: Die grönländische Kultur ist bisher weitgehend ignoriert. Sie will diese ihren 1,2 Millionen Followern weltweit nahebringen.

Immer wieder Thema: die unaufgearbeitete Kolonialgeschichte in der grönländischen Kultur. Ujammiugaq Engell, die renommierte Historikerin und Direktorin des Lokalmuseums in der Hauptstadt Nuuk, ist überzeugt: "Wir stehen erst am Anfang, die Traumata zu bewältigen." Viele Dänen wähnen ihre Gesellschaft da übrigens bereits viel weiter.

Starkes Gefühl der Gemeinschaft

"Unsere Tradition kreist seit Jahrtausenden ums Überleben", so der auch international bekannte Maler, Grafiker, Bildhauer Miki Jacobsen, "unser Verhältnis zur Natur prägt uns bis heute, unsere Mythen und unser Verhältnis zur Zeit."

Und Maria Kreutzmann, die Herausgeberin des Kompendiums "Bestiarium Groenlandica" über die unzähligen Figuren der Mythen- und Sagenwelt, ergänzt: "Durch den permanenten Zwang zum Überleben haben wir Grönländer einen Hang zu Gemeinschaft, den man sich in Europa nicht vorstellen kann. Wir Grönländer sind unter uns leise, wir wissen, wir teilen einen Raum. Treten ausländische Gäste ein, wird es sofort laut. Nur wenn wir lachen, sind wir auch laut, denn wir lachen aus unserem tiefsten Inneren."

Stab

  • Moderation - Salwa Houmsi

Die nächsten "aspekte" gibt es am 8. Mai von der Kunstbiennale in Venedig.