"Geheimakte Kabul" zeigt, wie die rechtzeitige Evakuierung schutzbedürftiger Afghanen in gleich mehreren Bundesministerien zum Politikum wurde, weil aus handfesten innen- und parteipolitischen Gründen vor der Bundestagswahl im Herbst 2021 frühzeitige Rettungsflüge unterlassen wurden. Zeitzeugen, wie ein Fallschirmjäger der Bundeswehr und eine deutsche Ortskraft, sprechen erstmals über ihre Erlebnisse im August 2021. Die damalige deutsche Botschafterin in Washington, Emily Haber, gab für diesen Film ihr erstes TV-Interview über ihre in Berlin übergangenen Taliban-Warnungen aus den USA. Claudia Major, Politikwissenschaftlerin und Forschungsgruppenleiterin für Sicherheitspolitik der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), sagt: "Das war eine komplette sicherheitspolitische Fehleinschätzung. Es wurde völlig falsch eingeschätzt."
Investigativjournalist Christian Schweppe und die Datenjournalistin Ciara Cesaro-Tadic gingen über Monate den Vorwürfen von Staatsversagen, unterlassener Hilfeleistung und missachteter Fürsorgepflicht nach. Schließlich fanden sie auch Gesprächsvermerke der damaligen Bundeskanzlerin, die bis heute unter Verschluss gehalten werden. Diese Vermerke dürften nach Ausstrahlung den Untersuchungsausschuss im Bundestag interessieren: Angela Merkel wird dort im Dezember die letzte Zeugin sein.
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Stab
- Kamera - Leonard Bendix, Henrik Eichmann, Norman Kriese, Michael Nanz