Blind, selbstbewusst und aktiv - Johannes Bruckmeier: Nicht zu bremsen
Als Kind und Jugendlicher hat ihm seine Behinderung stark zu schaffen gemacht. Er wollte nicht anders sein als die anderen Jungs. Nicht immer derjenige sein, der vieles nicht kann. Daher versuchte Bruckmeier seine Einschränkung so gut es geht zu verbergen oder seinem Umfeld erfundene Geschichten erzählt. Der Gedanke, dass ihn wegen seiner Seheinschränkung niemand mögen könnte, begleitet ihn viele Jahre. Im Internat wird er gemobbt, gerät mit Mitschülern und Lehren in Konflikte.
Skateboard fahren, hat Johannes Bruckmeier schon viele Jahre fasziniert. Doch angefangen hat Johannes damit nicht, bis er 23 Jahre alt wird. Er steckt in einer Krisensituation: wiegt 140 Kilo und seine Freundin hat ihn verlassen. Er fängt einfach an mit dem Skaten, übt wie ein Besessener neben seiner Arbeit als Physiotherapeut. Er verliert schnell viele Kilos und wird immer besser. Zur Orientierung benutzt er einen Blindenstock, ebenso eine Musikbox, die durch die Lautstärke zusätzlich räumliche Orientierung gibt.
Er wird immer bekannter in der Skaterszene, Sponsoren werden auf ihn aufmerksam. Bruckmeier beginnt an Skatewettbewerben teilzunehmen und skatet in Städten auf der ganzen Welt. Das Skaten gibt ihm das Gefühl von Freiheit, Stärke und Selbstbewusstsein. Es ist eine Art Therapie, sagt er heute. Es hat ihm geholfen, seine Sehbehinderung als Teil von sich zu akzeptieren. Und es zeigt ihm vor allem, dass es egal ist, was andere sagen oder einem zutrauen. Wichtig ist, das zu machen, was einem wichtig ist. Und wenn man hinfällt – steht man auf und beginnt von vorne. Im Leben wie auch beim Skateboardfahren.