- 19.05.2021
In Mexiko werden täglich rund zehn Frauen getötet. Eine feministische Bewegung fordert ein Ende dieser Gewalt: #NiUnaMás - "Nicht eine mehr!"
- Gesellschaft
- Reportage
- abgründig
- 19.05.2021
- ZDF
In Mexiko werden täglich rund zehn Frauen getötet. Eine feministische Bewegung fordert ein Ende dieser Gewalt: #NiUnaMás - "Nicht eine mehr!"
Am Weltfrauentag kam es vor dem Präsidentenpalast zu heftigen Ausschreitungen. Im Netz wird trotz Pandemie zu weiteren Protesten aufgerufen, um den patriarchalen Pakt, den Machismo zu brechen. Denn dies sei laut der feministischen Bewegung "#NiUnaMas #NiUnaMenos" „die wahre Seuche im Land“.
In der mexikanischen Boulevardpresse, den sogenannten „Nota Roja“, also den „roten Zeilen“, tauchen wöchentlich Namen und Bilder getöteter Frauen auf. Im Netz posten Aktivist:innen inzwischen schon Fotos von süßen Hundewelpen und versehen sie mit Hashtags, die den Namen der Opfer tragen - sie wollen vermeiden, die Frauen durch das Abbilden ihrer toten Körper ein zweites Mal zum Opfer werden zu lassen.
Allein in den letzten 5 Jahren stieg die Frauenmordrate in Mexiko um 60 Prozent. Die Forderung an Präsident Andrés "AMLO" Obrador, den „Emergencia National“ auch als solchen zu behandeln, wurde erneut sehr laut, als dieser trotz heftigen Widerstandes weiterhin an der Kandidatur eines Politikers festhielt, der wegen sexuellen Missbrauchs und Vergewaltigung angeklagt ist. Auch deshalb gingen zum Weltfrauentag tausende Aktivist:innen auf die Straße, um für ihre Rechte einzustehen und die Regierung zum Handeln zu bewegen.