Robin (rechts im Bild) schaut fragend in die Kamera, er trägt eine Brille und ein Käppi. Links im Bild (ebenfalls Robin) illustriert, verschwommen und gedoppelt.
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Schizophrenie: Robins Leben im Wahn
  • 21.04.2026

Plötzlich ist sie da – die Stimme in Robins Kopf. Was er damals noch nicht weiß: Er hat Schizophrenie. Mit der Zeit entwickelt er weitere Wahnvorstellungen und rutscht in eine tiefe Psychose.

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Schizophrenie: Robins Leben im Wahn

Plötzlich ist sie da – die Stimme in Robins Kopf. Was er damals noch nicht weiß: Er hat Schizophrenie. Mit der Zeit entwickelt er weitere Wahnvorstellungen und rutscht in eine tiefe Psychose.

Aus Angst vor einer bestimmenden Stimme in seinem Kopf und bedrohlichen „Puppen“ führte der 27-jährige Robin monatelang ein heimliches Doppelleben. Ausgelöst durch Belastungen in der Kindheit, frühen Drogenkonsum und massiven Leistungsdruck in seiner Nürnberger IT-Ausbildung, entwickelte er ab 2023 eine paranoide Schizophrenie. Er fühlte sich zunehmend auf der Arbeit und in der Öffentlichkeit beobachtet. Im Sommer 2024 manifestierte sich schließlich eine ständige, krächzende Stimme in seinem Kopf, die ihm streng verbot, sich jemandem anzuvertrauen. Robins Realitätswahrnehmung verschwamm völlig: Er war bald davon überzeugt, dass Mitmenschen durch bösartige „Puppen“ ausgetauscht worden seien, die es auf sein Geld und seine Kontrolle abgesehen hätten. Um sich zu schützen, verschenkte er sein gesamtes Erspartes an einen Obdachlosen und stürzte sein Konto absichtlich ins Minus.

Währenddessen verheimlichte er seinen extremen Ausnahmezustand vor seiner Freundin Malou. Statt zur Arbeit zu gehen, saß er oft stundenlang in einem Café, um Normalität vorzutäuschen. Als Malou ihn wegen seiner auffälligen Veränderungen schließlich konfrontierte, überwand Robin mit letzter Kraft den Befehl der Stimme und erzählte ihr die Wahrheit. Sie reagierte besonnen und brachte ihn umgehend in eine psychiatrische Notfallambulanz, wo die Verdachtsdiagnose Psychose und Schizophrenie gestellt wurde. Der Weg der Heilung war hart: Die anfängliche medikamentöse Einstellung löste Halluzinationen aus, auf das spätere Verstummen der Stimme folgte eine postpsychotische Depression. Doch Robin gab nicht auf. Heute kämpft er sich mit Malous unerschütterlicher Unterstützung und der Hilfe einer Tagesklinik Schritt für Schritt in einen strukturierten Alltag zurück. Seine Geschichte teilt er nun öffentlich, um anderen Mut zu machen und psychische Erkrankungen zu enttabuisieren.