Ausbilder Markus Mittelsdorf und sein Lehrling Carlos stehen in einem Werkraum vor der CNC-Fräse.
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Immer mehr junge Menschen ringen mit ihrer Ausbildung: Zwischen harten Bedingungen, Missverständnissen und hohen Erwartungen verschärft sich der Konflikt zwischen Azubis und Handwerksbetrieben.

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Immer mehr junge Menschen ringen mit ihrer Ausbildung: Zwischen harten Bedingungen, Missverständnissen und hohen Erwartungen verschärft sich der Konflikt zwischen Azubis und Handwerksbetrieben.

Warum kriselt es so stark zwischen Handwerksbetrieben und Auszubildenden? Steckt ein Generationenkonflikt hinter den Azubi-Krise? Die "ZDF.reportage" begleitet junge Menschen von der Schule ins Arbeitsleben und zeigt, wo Erwartungen und Realität auseinandergehen.

Auszubildende werden gebraucht

"Ich will endlich mal wieder eine Azubi-Erfolgsgeschichte", seufzt Patrick Spohner (44), Inhaber einer Schlosserei in Frankfurt am Main. Seit Monaten läuft es schwierig: Ein Azubi hat abgebrochen, der neue Lehrling kommt zu spät, wirkt unzuverlässig oder meldet sich krank. Er selbst spricht von "persönlichen Problemen", kritisiert aber auch den rauen Ton und die "echt krass harte Arbeit". Für Spohner unvorstellbar: Früher sei man einfach erschienen. Trotzdem muss er den Lehrling halten – ohne Nachwuchs steht die Schlosserei still.

Ausbildungsberater muss helfen

Bernd Clemens (54) ist Ausbildungsberater der IHK Schweinfurt. Er wird gerufen, wenn Konflikte eskalieren. Zwei- bis dreimal pro Woche besucht er Betriebe, vermittelt zwischen Ausbildern und Lehrlingen – mit stetig wachsender Fallzahl. Viele Azubis brechen ab, sobald es schwierig wird. Pauschale Vorwürfe gegen die Jugend hält Clemens jedoch für falsch: "Die können sich quasi aussuchen, in welchen Betrieb sie gehen und sagen sich dann bei den ersten Schwierigkeiten: Warum soll ich mir das antun?"

Gerne erzählt er von seiner eigenen Ausbildung: "Das war vor 35 Jahren. Ich musste die ersten Monate nur feilen, bis mir die Hände bluteten". Heute weiß er: Genau diese Grundlagen machen ihn sicher im Beruf. "Aber ich hätte mir da auch gewünscht, man hätte mir den Sinn dieser Aufgabe besser erklärt."

Einer seiner Fälle ist Carlos, Lehrling bei Retrofit Plastic im unterfränkischen Oberstreu. Anfangs war der Betrieb froh über Nachwuchs, doch nach wiederholter Unpünktlichkeit folgten zwei Abmahnungen. Seit Clemens vermittelt, läuft es etwas besser – pünktlicher ist Carlos geworden, auch wenn Fehlzeiten bleiben. Alternativen hat der kleine Betrieb kaum.

Angst um die eigene Zukunft

Der Generationenkonflikt zeigt sich auch bei Ecem (17) aus Bedburg bei Köln. "Ich habe mich zu Tode gelangweilt, wurde respektlos behandelt, und wurde eigentlich gar nicht ausgebildet. Stattdessen sollte ich die Klos putzen", sagt sie. Nach einem Jahr kündigt sie. Jetzt macht sie Fachabitur, den Führerschein und sucht eine neue Lehrstelle – auf Drängen ihrer Mutter, die mahnt: "Du findest sonst später keinen Job!"

Harte körperliche Arbeit schreckt oft ab

Nico (21) und Nikita (23) aus Landsberg in Sachsen-Anhalt dagegen haben ihren Platz gefunden. Bei der Gerüstbauerfirma Prinzing ist die Arbeit hart und der Ton rau. "Ich habe ADHS und brauche die Bewegung und die Herausforderung", sagt Nikita. Für beide passt der Job – und ihr Chef hofft, dass sie bleiben. Denn zwei Jahre lang brachen Azubis ab oder wechselten den Beruf. "Es wollen sich immer weniger junge Menschen die Hände schmutzig machen, alle wollen Youtuber werden, aber so läuft es nicht."

Die "ZDF.reportage" beleuchtet die aktuelle Azubi-Krise und zeigt, wie Ausbildungsabbrüche im Handwerk langfristig verhindert werden können.