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Familien unter Druck
  • 10.10.2026

Zwischen Beruf, Kinderbetreuung und steigenden Ausgaben müssen viele Eltern genau rechnen. Familien zeigen, was finanzielle Unsicherheit für ihren Alltag bedeutet.

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Zwischen Beruf, Kinderbetreuung und steigenden Ausgaben müssen viele Eltern genau rechnen. Familien zeigen, was finanzielle Unsicherheit für ihren Alltag bedeutet.

Katharina und Jannik S. stehen im Garten vor einem Haus. Sie haben ihre beiden Kinder auf dem Arm.
Laut Statistischem Bundesamt kostet ein Kind bis zum 18. Geburtstag im Schnitt rund 190.000 Euro. Zudem müssen Eltern einen immer größeren Teil ihres Einkommens für Miete, Lebensmittel, Kleidung und Kinderbetreuung ausgeben.

Aktuell hohe Lebenshaltungskosten

Iris und Armin aus Sersheim in Baden-Württemberg haben Ausbildung und Berufseinstieg längst hinter sich. Trotzdem muss das Ehepaar mit zwei Kindern bei alltäglichen Ausgaben genau rechnen. Wegen Personalmangels und verkürzter Öffnungszeiten in der Kita kann Iris nach ihrer zweiten Elternzeit nicht in den Beruf zurückkehren. "Wir brauchen Betreuungszeiten, auf die wir uns wirklich verlassen können", sagt sie. Armin trägt mit seinem Einkommen allein die laufenden Kosten und Kreditraten für Auto und Wohnung. "Wir haben nie damit gerechnet, dass wir mal mit nur einem Einkommen dastehen. Aktuell sind wir oft auch mal im Dispo." Selbst mit einem soliden Gehalt können unerwartete Ausgaben schnell zur Belastung werden.

Vollzeitjob als alleinerziehender Vater

Noch enger ist der finanzielle Spielraum beim alleinerziehenden Vater Farhad aus Wolfenbüttel in Niedersachsen. Der 52-Jährige arbeitet seit einem Jahr wieder in Vollzeit als Hauswart. Weil dadurch das Wohngeld weggefallen ist, hat die Familie mit zwei Kindern trotz zusätzlicher Arbeitsstunden nur circa 130 Euro mehr als zuvor. Nach Feierabend kümmert Farhad sich allein um Haushalt, Essen, Hausaufgabenbetreuung und die Freizeitgestaltung seiner Kinder. Urlaub ist meist nur mithilfe geförderter Angebote möglich. "Kinder sind unsere Zukunft. Ich möchte, dass es ihnen gut geht und sie alle Möglichkeiten haben", sagt er. "Aber trotz Vollzeitjob müssen wir überall sparen."

Unterstützung bei der Kindertafel in Wuppertal

Wo Familien an ihre Grenzen geraten, versucht die Kindertafel Wuppertal gegenzusteuern. Täglich erhalten dort rund 30 Kinder ein warmes Essen, Hausaufgabenhilfe und Unterstützung beim Lernen. "Bildung ist der wichtigste Weg aus der Armut. Wir möchten mit unserem Angebot verhindern, dass diese Kinder die Tafelkunden von morgen werden", sagt Leiterin Elena Merlakova. Ihr Ziel ist es, Kindern durch Teilhabe und Bildung langfristig bessere Chancen zu eröffnen.

Stressiger Alltag zwischen Uni und Kindererziehung

Katharina und Jannik aus dem Münsterland haben sich bewusst dafür entschieden, bereits während ihrer Ausbildungszeit eine Familie zu gründen. Katharina war bei der Geburt ihres ersten Kindes 21 Jahre alt, Jannik 19. Jannik arbeitet in Teilzeit und studiert gleichzeitig, Katharina steht kurz vor ihrem Abschluss an einer Fernuniversität. "Zwischen Kita, Studium, Haushalt und Renovierung ist unser Alltag eng getaktet", sagt Katharina. Rund 2.500 Euro stehen der Familie monatlich zur Verfügung. "Ohne die Unterstützung unserer Familie würden wir das alles nicht schaffen." Trotz der Einschränkungen stehen die beiden absolut hinter ihrer Entscheidung, früh Eltern zu werden.
Eine "ZDF.reportage" über die Herausforderungen von Familien in der heutigen Zeit.