ZDF.reportage - Kinder, Küche, Klicks
Erziehungstipps, in Szene gesetzte Babybäuche, Entbindungs-Q&As – die Sozialen Medien sind voll mit solchen Beiträgen. Doch die scheinbar privaten Bilder sind ein knallhartes Geschäft.
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Die Branche ist ein boomendes Business. Kann eine Influencerin mit hohen Follower-Zahlen aufwarten, wird sie für Unternehmen eine interessante Geschäftspartnerin. Denn mit dem richtigen Family-Content bei TikTok und Instagram kann sie ganz nebenbei auch die passenden Werbebotschaften verkaufen. Als sogenannte "Content-Creatorin" lässt sich also gut von zuhause aus Geld verdienen. Eine Win-Win-Situation für Eltern wie Unternehmen?
Es gibt die Kehrseite der goldenen Geldmaschinerie. Was wie eine harmlose Erinnerung an lustige und schöne Momente in der Kindheit aussieht, kann im Internet veröffentlicht nicht nur langfristig peinlich, sondern auch gefährlich werden. Der Kinderschutzbund gibt deshalb klare Empfehlungen für Privatpersonen wie auch Influencer und kritisiert den unbesorgten Umgang mit Family-Content im Netz.
Auch Hebamme Laura Rohman-Höhn produziert seit 2019 Content rund um das Thema Schwangerschaft, Geburt und Babys erstes Lebensjahr. Jedoch nutzt Laura ihre Popularität im Netz vorrangig für Aufklärungszwecke, da in Deutschland ein dramatischer Hebammenmangel herrscht. "Viel zu viele Frauen stehen vor und nach der Geburt mit ihren Fragen alleine da. Das ist für sie extrem belastend."
Von Sex kurz vor der Geburt, über Kaiserschnitt bis hin zu Tipps gegen Milchstau – in ihren Videos thematisiert Laura alles, was man eigentlich mit seiner Hebamme im privaten Rahmen bespricht. Das Feedback ihrer Follower ist überwältigend positiv und dankbar.
Die "ZDF.reportage" wirft einen Blick hinter die Kulissen des boomenden Business: Warum funktioniert dieses Thema online so gut? Wer verdient an dem Hype? Und wo bringt es Mütter und Väter in Konflikte?