Fast alles, was wir alle täglich brauchen, kommt auch per LKW: ob Lebensmittel, Medikamente, Elektronik oder Kleidung. Ohne Laster geht nichts. Aber die Branche klagt: Fahrer sind Mangelware.
Fast alles, was wir alle täglich brauchen, kommt auch per LKW: ob Lebensmittel, Medikamente, Elektronik oder Kleidung. Ohne Laster geht nichts. Aber die Branche klagt: Fahrer sind Mangelware.
"Ohne Fahrer aus dem Ausland würde in Deutschland schon jetzt nichts mehr gehen", davon ist Angela Papenburg überzeugt. Die Unternehmerin repräsentiert eines der großen Logistik-Unternehmen in Deutschland. Die "Papenburg Group" sucht in ihrer Not inzwischen in Usbekistan nach Fahrern. Die Hälfte ihrer 200 Auszubildenden kommen aus dem zentralasiatischen Land. Nur wenige von ihnen aber können sich auf Dauer vorstellen, fern ihrer Heimat zu bleiben. Die Familie fehlt, das Heimweh ist oft groß. Ein Problem für die Speditionen.
In der Branche aber tummeln sich auch viele schwarze Schafe. Speditionen, die ihre Fahrer schlecht bezahlen und nicht sozialversichern. Tricksereien und Lücken im Gesetz machen das möglich. An einer Autobahnraststätte bei Darmstadt ist es Mitte März 2023 einigen Fahrern aus Usbekistan und Georgien zu viel. Sie streiken, rücken die LKW nicht raus, wehren sich sogar gegen gewalttätige Angriffe. Ihr Lohn - weit unter dem Mindestlohn, so berichten sie. Erst nach Wochen gelingt es ihnen, ausstehende Gehaltszahlungen zu erstreiten. Ein Erfolg in einer Branche, in der oft das Recht gebeugt wird.
Die große Lebensmittelkette REWE will sich nach und nach vom unsicheren Markt in der Logistik unabhängig machen. Im Verteilzentrum für Nord-Ost-Deutschland in Oranienburg will der Betriebsleiter neuerdings eine eigene Flotte aufbauen. Er bietet mit 3600 Euro monatlich einen überdurchschnittlichen Monatslohn an, Personalrabatt im Supermarkt und: keine langen Touren. Abends sind die Fahrer Zuhause, das ist attraktiv. Vor allem Deutsche bewerben sich dort. Doch sie fehlen dann für den Fernverkehr.
Die "ZDF.reportage" unterwegs zu Truckern, die den Job im Führerhaus nicht mehr so machen wollen, wie bisher. Und zu Kunden, denen erst langsam klar wird, wie wichtig die Speditionsbranche für sie ist.