Mit mehreren Millionen teilnehmenden Kindern pro Jahr gehören die Bundesjugendspiele zu den größten schulischen Sportveranstaltungen Deutschlands. Für viele sind sie ein Kindheitserlebnis: laufen, springen, werfen – und am Ende steht fest, wer besonders schnell, weit oder stark war. Doch mit der Reform zum Schuljahr 2023/2024 hat sich ihr Charakter verändert: Weg vom klassischen Wettkampf, hin zu einem Format, das stärker auf Bewegung, Motivation und gemeinsames Erleben setzt.
Kinder sollen lernen, sich miteinander zu messen.
Für die einen ist das ein Verlust. Kinder müssten lernen, sich anzustrengen, sich mit anderen zu messen, zu gewinnen – und auch mit Niederlagen umzugehen. Wer Wettbewerb zurückdrängt, nehme Kindern auch die Chance, über sich hinauszuwachsen.
Die anderen halten genau das für überholt. Wettbewerb könne gerade für Kinder, die sportlich nicht mithalten können, frustrierend und beschämend sein. Schule müsse nicht schon die Jüngsten in Gewinner und Verlierer einteilen. Entscheidend sei, dass Kinder Freude an Bewegung entwickeln und ihre eigenen Leistungen verbessern.
Wettbewerb in der Schule: überholt.
Nach anhaltender Kritik von Lehrkräften, Eltern und Politik an einer Schwächung des Leistungsgedankens beschlossen die Kultusminister kürzlich, den klassischen Wettkampf wieder stärker zu ermöglichen. Grundschulen dürfen ab dem Schuljahr 2026/27 selbst wählen, ob Schülerinnen und Schüler der Klassen 3 und 4 in Leichtathletik und Schwimmen wieder im klassischen Wettkampfmodus antreten.
Brauchen Kinder Wettbewerb – oder vor allem Spaß an Bewegung? Und was sollen die Bundesjugendspiele Kindern eigentlich vermitteln? Bei 13 Fragen diskutieren wir: Brauchen wir die Bundesjugendspiele noch?
Gäste:
Paula Läkamp, Kinder- und Jugendtherapeutin
Maga, Grundschullehrer
Nico Abrell, Content Creator und Autor
Sinan, Content Creator und Tänzer
Jonas Schreiber, Oberschullehrer
Steven Kilian, Fitness-Coach und Personal Trainer
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