Sie bestimmen Trends, verkaufen Produkte und bauen enge Beziehungen zu Millionen von jungen Followern auf. Bei so viel Macht stellt sich unweigerlich die Frage nach der moralischen Verpflichtung: Wo endet Unterhaltung und wo beginnt gefährliche Einflussnahme? Carolin von der Groeben lädt zum UNBUBBLE-Talk ein. Es diskutieren Creator Jonas Wuttke und WELT-Redakteurin Imke Rabiega über die Rolle von Influencern in unserer Gesellschaft. Unterstützt werden sie von Influencerin Elena Carrière und Rapperin Yung FSK18.
Reichweite bedeutet Verantwortung
Für Jonas Wuttke und seinen Joker Elena Carrière ist die Sache klar: Wer von parasozialen Bindungen und dem Vertrauen seiner Community profitiert, kann sich nicht aus der Verantwortung ziehen. Sie kritisieren, dass auf Plattformen extreme Schönheitsideale und schädliche Trends propagiert werden.
Creator dürfen sich nicht hinter dem Algorithmus verstecken, sondern müssen ihre Reichweite bewusst nutzen und Verantwortung für ihre Inhalte übernehmen.
Moral in der Aufmerksamkeitsökonomie
Imke Rabiega und Rapperin Yung FSK18 widersprechen dieser Erwartungshaltung deutlich. Für sie sind Influencer in erster Linie Entertainer und Verkäufer*innen, die in einem kapitalistischen System agieren. Den Creatorn eine konstante Vorbildfunktion aufzubürden, sei naiv und unrealistisch.
Stattdessen sehen sie Eltern, Erziehungsberechtigte und die Politik in der Pflicht. Der Staat müsse den Rahmen schaffen und junge Konsument*innen müssten stärkere Medienkompetenz entwickeln, anstatt sich auf die Moral der Influencer zu verlassen.
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