Untersicht: Berkmann ist auf dem Außengelände der JVA. Er steht auf einem betonierten Platz, der von hohen Metallzäunen umgeben ist. Er schaut seitlich in die Ferne.
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Im Gefängnis: Das Prinzip Hoffnung

Einblicke in den Alltag des Strafvollzugs und der Sicherungsverwahrung; Häftlinge, die sich auseinandersetzen mit Fragen zu Schuld, Verantwortung und verlorener Lebenszeit.

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Im Gefängnis: Das Prinzip Hoffnung

Einblicke in den Alltag des Strafvollzugs und der Sicherungsverwahrung; Häftlinge, die sich auseinandersetzen mit Fragen zu Schuld, Verantwortung und verlorener Lebenszeit.

Jan sitzt seit mehr als zwanzig Jahren in Haft, wegen Gangschlägereien. Sergio lebt wegen Sexualdelikten in der Sicherungsverwahrung. Berkman wurde wegen Beihilfe zum Cannabis-Schmuggel zu fünf Jahren Haft verurteilt und aufgrund guter Führung früher entlassen.

Mit der Schuld leben lernen

Sergio setzt sich in einer Therapie mit seiner Vergangenheit auseinander. "Man denkt immer: Man hat die Tat begangen und dann ist gut. Aber wenn man sich damit auseinandersetzt, dann tut es halt auch weh. Wenn man erkennt, was man den Leuten angetan hat." Er hofft auf seine Entlassung, doch die jährliche Begutachtung kommt erneut zu dem Ergebnis, dass er vorerst in der Sicherungsverwahrung bleiben muss.

Sicherheitsverwahrung: Warum manche bleiben müssen

Warum Menschen nach Verbüßung ihrer Strafe dennoch untergebracht bleiben, erklärt Joachim Stein, Leiter des Vollzugsdienstes: "Man geht bei diesen Menschen von einer Gefährlichkeit aus, die nach wie vor noch so hoch ist, dass man sie nicht in die Freiheit entlassen kann." Manche Untergebrachte, so Stein, müssten bis nahe an ihr Lebensende in Sicherungsverwahrung bleiben.

Neuanfang mit Narben

Einen anderen Weg geht Berkman. Wegen Beihilfe zum Cannabis-Schmuggel zu fünf Jahren Haft verurteilt, begleitet ihn der Film über zwei Jahre – vom geschlossenen Vollzug bis zu seiner vorzeitigen Entlassung nach vier Jahren. Durch konsequent gute Führung erhält er die Chance auf einen früheren Neuanfang. Doch die Folgen seiner Haft begleiten ihn weiter: Bereits zwei Wochen nach seiner Inhaftierung hatte sich seine Frau von ihm getrennt. Seit vier Jahren hat er keinen Kontakt zu seinen Kindern, seine jüngste Tochter kennt er nur von Fotos. "Papa ist arbeiten", erzählt die Familie den Kindern zunächst. Doch Berkman weiß: "Irgendwann musste man sagen: Papa ist im Gefängnis."

Der Film begleitet die Männer über einen langen Zeitraum und zeigt zwei grundlegend unterschiedliche Formen des Freiheitsentzugs. Berkman arbeitet auf einen konkreten Tag der Entlassung hin. Für Jan und Sergio dagegen gilt das Prinzip Hoffnung: Einmal im Jahr entscheidet ein Gutachten darüber, ob sie eine Chance auf Freiheit erhalten.