ZDFinfo - die Einzeldokus - Captagon - Die Drogenbosse von Damaskus
Schon lange gibt es Hinweise, dass das Assad-Regime in Syrien sich auch über den Handel mit Captagon finanziert, einer süchtig machenden Droge, die vor allem den Nahen Osten überflutet.
Drogenhandel in der Wirtschaft
Ein Soldat der syrischen Streitkräfte, erzählt jedoch, wie eng Hisbollah und syrisches Militär beim Captagon-Handel zusammenarbeiten: "Sie bestimmten einen Treffpunkt, und wir kauften die Drogen von Hisbollah. Nachdem wir sie erhalten hatten, koordinierten wir mit der 4. Division den Abtransport."
Die 4. Division ist eine syrische Eliteeinheit mit der Aufgabe, die Regierung vor inneren und äußeren Bedrohungen zu schützen. Seit 2018 wird sie von Maher al-Assad, dem jüngeren Bruder von Präsident Baschar al-Assad, geführt. Mittlerweile spielt die 4. Division im Drogenhandel und in der Wirtschaft eine wichtige Rolle.
Verstrickungen des Assad-Regimes
"Die Höhe der Einnahmen (…) stellt den syrische Staatshaushalt in den Schatten", sagt Joel Rayburn, der frühere US- Sonderbotschafter in Syrien. "Wenn die Captagon-Einnahmen aufhören würden, glaube ich nicht, dass das Assad-Regime das überleben würde."
Die Recherchen der Autoren zeigen die Verstrickungen des Assad Regimes in den Drogenhandel auf. Während der syrische Präsident Milliarden damit verdient, kämpfen die arabischen Nachbarstaaten gegen die Folgen des Captagon-Missbrauchs. Im Mai 2023 wird Syrien wieder in die Arabische Liga aufgenommen, nachdem das Land zwölf Jahre zuvor wegen des brutalen Vorgehens gegen die Bevölkerung ausgeschlossen wurde. Es ist ein diplomatischer Sieg für Assad, geknüpft unter anderem an die Auflage, gegen den Drogenhandel vorzugehen.