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Seniorenheim oder Wohnprojekt?

Neustart mit 60+

von Meike Materne

Nicht einsam, sondern in Gemeinschaft im Rentenalter leben: Alternative Wohnprojekte gibt es immer mehr. Das Passende zum richtigen Zeitpunkt zu finden, ist aber schwer.

Videolänge:
28 min
Datum:
05.04.2022
:
UT - AD - DGS
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 29.03.2027

Zwei Paare und eine Seniorin sind auf der Suche nach alternativen Lebensformen. Wohnprojekt oder Seniorenheim? Die Wahl ist abhängig von Alter, Anspruch und Geldbeutel. Vor allem aber braucht man einen langen Atem. "37°" begleitet den Neustart.

Kein einsames Paar sein

Martina und Thomas, beide Anfang 60, leben in Oberbayern in Weilheim. Bald sind die Sozialarbeiterin und der Exportkaufmann im Ruhestand. Nach ihrer aktiven beruflichen Phase wollen sie mit Menschen verschiedenen Alters in einem Mehrgenerationen-Projekt leben. Schon lange beschäftigen sie sich mit dem Gedanken, wie sie im Alter leben möchten. "Wir wollen nicht als einsames Paar in die Geschichte eingehen, sondern gern mit jüngeren Leuten und Senioren noch ein bisschen Gemeinschaft leben", so ihr Anspruch.

Sie informieren sich auf verschiedenen Plattformen im Internet. Es gibt Angebote, innerhalb einer Gemeinschaft Eigentum zu erwerben, zu mieten oder Mitglied einer Genossenschaft zu werden. Martina und Thomas favorisieren das Genossenschaftsmodell. Sie würden eine Miete zahlen, wären aber durch die Genossenschaftsanteile gleichzeitig Eigentümer, könnten so mitbestimmen und mitgestalten. Gern würden sie in den Norden Richtung Küste ziehen oder in die Nähe von Köln, wo Martinas Familie lebt.

Das richtige Projekt finden

Sie schauen sich Projekte an: In der Vordereifel besuchen sie ein Mehrgenerationhaus, das in einem komplett sanierten Gehöft entstehen soll. Parallel nimmt das Paar Kontakt zum Wohnprojekt staTThus an der Nordsee in Husum auf. Hier leben schon rund 40 Menschen, vom Kleinstkind bis zur 80-Jährigen, Alleinerziehende, Familien und Singles. Martina und Thomas fühlen sich sofort wohl. Da die Wohnungen im Altbau längst belegt sind, plant die Gemeinschaft einen Neubau, in dem sich Martina und Thomas für eine Dreiraumwohnung interessieren. Problem: die Finanzen. Ob sie sich das dann leisten könnten?

Selbst bestimmt in die letzte Wohnung

Erika ist mit 91 Jahren noch immer vital und fit. Sie lebt in ihrem Haus am Stadtrand von Braunschweig. Den Haushalt schafft sie noch allein, und wenn sie Hilfe benötigt, ist ihr Sohn zur Stelle. Dennoch gibt es Tage, wo es nicht mehr ohne Hilfe geht. Solang sie noch einigermaßen mobil ist und selbst entscheiden kann, will sie einen Platz in einem Seniorenheim suchen. Erika hat genaue Vorstellungen. Das Heim soll nicht so groß sein, sie möchte ein Einzelzimmer, wenn möglich mit Balkon.

Zusammen mit ihrem Sohn schaut sie sich mehrere Heime an. Dann bekommt sie überraschend einen Anruf aus einem familiengeführten Heim im Nachbarort Cremlingen, ein Heimplatz sei frei geworden. Plötzlich muss sie sich ganz schnell entscheiden.

Aus dem eigenen Haus ins Wohnprojekt

Sigrun und Helmuth sind bereits im Ruhestand und wagen jetzt einen Neustart. Sie ziehen in den Uhlenbusch, ein Wohnprojekt für Senioren in Bosau bei Plön. In ihrem gemütlichen Haus in Hamburg hätten sie bleiben können, allerdings ist es sehr verwinkelt und nicht behindertengerecht. Den Uhlenbusch hatten sie bereits im Visier, allerdings war bisher kein Häuschen frei, was sie hätten mieten können. Nun geht auf einmal alles ganz schnell. Sie packen ihre Kisten und ziehen um. Ihr Sohn wird das Familienhaus übernehmen.

Das alternative Wohnprojekt wurde von einem Hamburger Ehepaar geplant und gebaut. Entstanden sind 30 Holzhäuser, ein großes Gemeinschaftshaus, Werkstätten und eine eigene Solaranlage.

Ohne Plan B

Sigrun und Helmuth wollten im Alter unbedingt in einer Gemeinschaft mit anderen Senioren wohnen. Ob das wirklich funktioniert, wissen sie allerdings nicht. "Wir haben keinen Plan B, und im Grunde genommen ist es in so einer Gemeinschaft wie überall. Man kann es so machen, man kann sich hinsetzen und sagen, ich will jetzt Entertainment haben. Und wenn nichts passiert, kann man meckern. Oder man kann auch mal was selber machen."

Nach einem knappen halben Jahr trifft "37°" sie wieder. Ist der Uhlenbusch der richtige Ort für Sigrun und Helmuth? Sind sie bereits heimisch geworden?

Die Autorin Meike Materne über ihren Film

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