Wie Karl Lauterbach Medikamentenknappheit verhindern will
Interview
Gegen Medikamentenknappheit:Wie Lauterbach Engpässe verhindern will
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Karl Lauterbach kritisiert Arzneimittelverträge der Vorgänger-Regierungen und hat eine große Änderung vorgenommen. Wo zeigen Lauterbachs Pläne bereits Wirkung?
Durch neue Verträge mit Herstellern sind die Preise gestiegen, so Gesundheitsminister Lauterbach (SPD) im Gespräch mit Marietta Slomka. Dafür gebe es aber weniger Lieferengpässe.15.10.2024 | 5:48 min
Im vergangenen Jahr hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) ein Gesetz auf den Weg gebracht, mit dem Lieferengpässe bei Medikamenten abgewendet werden sollen. Im Interview mit dem heute journal erklärt Lauterbach, wo das Gesetz seiner Ansicht nach bereits Wirkung zeigt und was die Herausforderungen sind.
Sehen Sie oben das gesamte Interview und lesen Sie es hier in Auszügen. Das sagt Karl Lauterbach...
...zur Medikamentenknappheit in Deutschland
"Es ist jetzt so, dass ein Prozent der Arzneimittel fehlen. Die meisten dieser Arzneimittel können ersetzt werden durch andere Präparate", sagt Lauterbach. Bei Fiebersäften und Antibiotika für Kinder habe sich die Situation deutlich verbessert.
Wir haben bei den Medikamenten, die sehr wichtig sind für Kinder insbesondere, derzeit keine Lieferengpässe zu erwarten.
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Karl Lauterbach
Insgesamt sei es aber noch ein langer Weg, da einige der beschlossenen Maßnahmen Zeit bräuchten, um zu wirken, erklärt Lauterbach.
Immer wieder kommt es in Deutschland bei wichtigen Medikamenten zu Lieferengpässen. Die Zahl der nicht lieferbaren Medikamente stagniert. 15.10.2024 | 2:52 min
...zum Plan, Medikamente auf Vorrat zu lagern
Für die bisherigen Engpässe gibt der Gesundheitsminister teilweise Vorgänger-Regierungen die Schuld. "Wir hatten als ich ins Amt kam die billigsten Arzneimittelverträge für diese Generika, die es überhaupt gab. Da gab es überhaupt keine Vorräte", sagt der SPD-Politiker.
Daher habe bei Einbruch einer Lieferkette kein Nachschub der benötigten Generika - also Präparaten, die in der Zusammensetzung dem eigentlichen Medikament gleichen - geliefert werden können, erklärt Lauterbach. Mit dem neuen Gesetz muss nun "jeder, der tatsächlich Deutschland über solche Verträge beliefert sechs Monate lang Lagerung nachweisen". Dies sei die einzige kurzfristige Maßnahme, die auch wirke.
Der Preis ist dann höher, das ist auch richtig, dann sind wir aber auch die Engpässe los.
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Karl Lauterbach, SPD
Denn bei einer Lagerung über sechs Monate könne bei Engpässen "die Lieferkette in der Regel wieder hergestellt werden, so der Bundesgesundheitsminister. Bei den neuen Verträgen würde die Lagerung Lieferengpässe bereits überbrücken, allerdings sei noch ein "großer Teil der alten Verträge wirksam".
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...zur Abhängigkeit bei Medikamenten von China und Indien
Lauterbach stimmt zu, dass es eine Abhängigkeit gibt, aber man habe "in dem Gesetz die Voraussetzung geschaffen", dass jeder, der über Verträge Antibiotika oder Krebsmedikamente in Deutschland verkaufen wolle, "die Hälfte seiner Produktion in Europa darstellen" müsse.
Somit bringen wir die Produktion systematisch nach Europa zurück.
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Karl Lauterbach, SPD
"Es dauert aber etwas bis diese Werke aufgebaut sind und es dauert auch etwas, bis die alten Verträge weg sind, wo keinerlei Lagerhaltung notwendig war." Lauterbach arbeite darüber hinaus mit der Europäischen Kommission zusammen, um die Idee auch in anderen EU-Ländern anzuwenden.
Das Interview führte Marietta Slomka. Zusammengefasst hat es Benno Krieger.
Quelle: dpa
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