Wald gibt mehr Kohlenstoff ab:So schlecht steht es um den deutschen Wald
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Seit der Inventur 2012 gibt wieder etwas mehr Waldflächen in Deutschland. Trotzdem gibt der Wald mehr Kohlenstoff ab, als er aufnehmen kann, so Landwirtschaftsminister Cem Özdemir.
Mit der Bundeswaldinventur wird der Zustand des Waldes geprüft, das Ergebnis ist ernüchternd. Es wurden mehr Bäume durch Umweltereignisse zerstört, als neue nachgewachsen sind.08.10.2024 | 1:32 min
Wegen klimabedingter Schäden gibt der Wald inzwischen mehr Kohlenstoff ab, als er aufnehmen kann. Der Wald sei mittlerweile zu einer "Kohlenstoffquelle" geworden, sagte Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) in Berlin bei der Vorstellung der neuen Bundeswaldinventur.
Das bedeutet, der Verlust an Biomasse ist durch Stürme und Dürre sowie Käferbefall größer als der Zuwachs an lebender Biomasse.
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Cem Özdemir, Bundeslandwirtschaftsminister
"Es braucht Geduld und Ausdauer, um dies durch den Umbau der Wälder wieder umzukehren." Der Wald sei auch "ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, der Hunderttausende Arbeitsplätze sichert", so Özdemir weiter.
Im September sind zuletzt im Harz, in Sachsen-Anhalt zwei größere Feuer ausgebrochen.07.09.2024 | 0:26 min
Kohlenstoffvorrat im Wald stark zurückgegangen
Die Auswirkungen der Klimakrise machten sich ganz real bemerkbar. "Die Folge davon: Der deutsche Wald hilft uns nicht mehr in dem Maße, wie wir es bis dann gewöhnt waren bei der Erreichung unserer Klimaziele", sagte Özdemir. Seit 2017 hat sich der Kohlenstoffvorrat im Wald um 41,5 Millionen Tonnen verringert. Insbesondere der Bestand der Fichten ging seit 2018 wegen Trockenheit und Borkenkäferbefall deutlich zurück, wie das für die Bundeswaldinventur zuständige Thünen-Institut mitteilte.
Wie geht es dem Wald in Deutschland? Dazu hat Bundeslandwirtschaftsminister Özdemir die Ergebnisse der Waldinventur vorgestellt. Ein Ergebnis: Der Klimawandel setzt dem Wald zu - inzwischen gibt der Wald mehr Kohlenstoff ab, als er aufnehmen kann. 08.10.2024 | 2:34 min
Der agrarpolitische Sprecher der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament, Martin Häusling (Grüne), bescheinigte dem Zustand des deutschen Waldes die Schulnote "Vier Minus". "Zeit, sich von der Illusion zu verabschieden, dass der deutsche Wald als Kohlenstoffsenke es schon richten wird mit dem Klimaschutz - der Wald emittiert nun selbst Treibhausgase", erklärte er. Die Forstwirtschaft müsse sich in Zukunft noch stärker auf den Schutz und die Schonung des Waldes konzentrieren.
Mehr Bäume haben Schäden in der Krone
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Die Untersuchung zeigt aber auch, dass der Umbau hin zu Mischwäldern, die stabiler in einem veränderten Klima sind, vorankommt. Seit der Bundeswaldinventur 2012 hat die Waldfläche geringfügig um 15.000 Hektar zugenommen. Der Wald in Deutschland hat einen Holzvorrat von 3,7 Milliarden Kubikmeter - der damit auf zehn Jahre gesehen weitgehend unverändert blieb.
Darüber hinaus hat sich nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums die Menge an Totholz seit 2012 um ein Drittel erhöht. "Mit der Zunahme an alten und dicken Bäumen nehmen auch die vielen ökologisch wertvollen Mikrohabitate an diesen Bäumen zu", erklärt das Ministerium. Die Wälder seien so strukturreicher geworden und es gäbe eine größere Baumartenmischung.
Anteil toter Bäume
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Die Bundeswaldinventur muss laut Gesetz mindestens alle zehn Jahre stattfinden. Das Bundeslandwirtschaftsministerium bezeichnet sie als umfangreichste Erhebung zum Zustand der Wälder in Deutschland und hat das Thünen-Institut für Waldökosysteme mit der Leitung der Untersuchung beauftragt. Wald bedeckt rund ein Drittel der gesamten Fläche Deutschlands.
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