Sportstudio: Niko Kappel - Paralympicssieger mit Mission
aktuelles sportstudio:Niko Kappel - Paralympicssieger mit Mission
von Susanne Rohlfing
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Niko Kappel reist als Weltmeister und Weltrekorder zu den Paralympics. Der kleinwüchsige Kugelstoßer fühlt sich kurz vor dem Start "megafit".
Niko Kappel reist als Weltmeister und Weltrekorder zu den Paralympics. Seinen Beruf defininiert der Kugelstoßer aber über den Sport hinaus: Inklusion will er vorantreiben.25.08.2024 | 11:16 min
Kurz übernahm der Politiker in Niko Kappel im "aktuellen sportstudio" die Führung und hielt ein Plädoyer für den Sport. "Wir lernen so viel durch Sport", sagte der Para-Kugelstoß-Weltrekordhalter am Samstagabend und zählte auf: "Im Team zu agieren, zu verlieren, respektvollen Umgang, Leistungsbereitschaft. Das alles sind Tugenden, die in unserer Gesellschaft megawichtig sind."
Kappel: Sport ist sein Hauptjob
Sport und Inklusion sind seine Themen als Gemeinderatsmitglied der Stadt Welzheim, Kappel ist dort für die CDU aktiv und erklärte: "Ich kann mir gut vorstellen, das nach meiner Karriere weiterzumachen." Noch ist sein Hauptjob allerdings der Spitzensport. Kappel ist Paralympicssieger von 2016, zweimaliger Weltmeister und der erste Kugelstoßer seiner Startklasse, der die 15-Meter-Marke geknackt hat.
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Im Mai schraubte er seinen Weltrekord auf 15,07 Meter, damit ist das Ziel für die Paralympischen Spiele gesteckt: "Gold ist der absolute Traum", sagte Kappel.
Ich will der Beste sein, ich lebe davon, das ist mein Beruf.
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Niko Kappel, Para-Kugelstoßer
Das zu verdeutlichen, war dem 29-Jährigen vom VfB Stuttgart wichtig, also fügte er noch an: "Es geht nicht darum: Ach, schön, dass der Kleine auch Sport macht."
Kappel will kein Mitleid
In diese Mitleid-Nische hat Niko Kappel sich nie drängen lassen. In seiner Kindheit und Jugend spielte er Fußball mit den deutlich größeren Kumpels. Er suchte sich seinen Platz, an dem er nützlich sein konnte, so erzählte es Kappel zuletzt in der "Süddeutschen Zeitung".
Das war dann nicht bei einer Ecke am Elfmeterpunkt, dort einen Kopfball zu ergattern, war für ihn unmöglich. Aber bei Kontern sei er dank seiner Schnelligkeit immer ganz vorn mit dabei gewesen. Kappel wollte nie, "dass Aufhebens um meine Situation gemacht wird".
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Siege feiern, das wollte er. Das kann er auch so schön, laut und wild wie kaum ein anderer Athlet. Weil sich Kappel seiner Grenzen im Fußball aber durchaus bewusst war, wählte er einen anderen Sport, in dem er herausragend gut sein konnte.
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Mathias Mester wurde zu seinem Vorbild. Mit 1,42 Meter ist der zweimalige Speerwurf-Weltmeister nur einen Zentimeter größer als Kappel, der wiederum mit der Kugel erfolgreicher wurde als mit dem Speer. Kappel mag es, sich im Kraftraum die nötigen Muskelberge anzutrainieren. Und seit einer Umstellung auf die Drehstoßtechnik, kann er seine Schnelligkeit noch besser nutzen.
Kappel: "Megafit" auch im Kopf
Gold bei den Paralympics 2016: Niko Kappel
Quelle: Kay Nietfeld
Nur der Kopf, der machte Kappel in seiner Karriere öfter mal einen Strich durch die Rechnung. 2016 wurde er in Rio unverhofft Paraylmpicssieger und im Jahr darauf auch noch Weltmeister. Doch dann begann für ihn eine lange Titel-Flaute. Er stellte immer wieder Weltrekorde auf, aber bei den Höhepunkten konnte er sein volles Leistungsvermögen nicht zeigen.
Es ist schwieriger, einen Titel nochmal zu gewinnen, das musste ich dann auch feststellen.
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Niko Kappel, Para-Kugelstoßer im Sportstudio
In diesem Jahr ist ihm der zweite WM-Sieg nun endlich gelungen. Kurz vorher hatte Kappel die magische 15-Meter-Marke geknackt. Die Vorzeichen sind also gut, das zweite paralympische Gold scheint in Reichweite. "Ich fühle mich megafit", erklärte Kappel. Wichtig sei es, vom Kopf her überzeugt zu sein, einen der sechs Versuche im paralympischen Finale bestmöglich nutzen zu können.
Ein klarer Kopf muss her für einen goldenen Stoß. Und Kappel ist überzeugt:
Das ist der heilige Gral, den man finden will in seiner Vorbereitung auf so ein großes Ereignis. Wir sind auf einem guten Weg.
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Niko Kappel, Para-Kugelstoßer im Sportstudio
Kappel fordert Teamgeist
Dabei geht es ihm nicht nur um den persönlichen Triumph. Er will auch zu einem guten Abschneiden der deutschen Mannschaft beitragen. Die lag vor drei Jahren in Tokio auf Platz zwölf des Medaillenspiegels. "Wir merken analog zum olympischen Sport, dass wir kämpfen müssen", sagte Kappel:
Das wollen wir ändern, wir wollen mehr Medaillen holen, wir wollen reinwirken in die Gesellschaft.
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