Umfrageergebnisse:Bedienungshilfen für Sehbehinderte
Auch sehbehinderte Menschen können TV-Geräte nutzen. Dabei helfen ihnen Screenreader, die den Bildschirminhalt vorlesen. ZDFmitreden hat nachgefragt, was dabei wichtig ist.
Auch Menschen mit einer Sehbehinderung möchten TV-Geräte nutzen. Für Außenstehende klingt das vielleicht überraschend, doch für viele Menschen mit einer Sehbehinderung ist es Alltag. Beim Bedienen von technischen Geräten helfen ihnen so genannte Screenreader. Das sind Programme, die laut vorlesen, was auf dem Bildschirm eines Geräts zu sehen ist.
ZDFmitreden hat Menschen gefragt, die Screenreader benutzen: Wie zufrieden sind sie mit ihnen? Und wünschen sie sich eine Möglichkeit, das ZDF Streaming-Portal am TV-Gerät mit einem Screenreader zu nutzen?
Bisher kann das ZDF-Streaming-Portal zwar auf manchen TV-Geräten per Screenreader bedient werden, ist aber noch nicht für diese Art von Nutzung optimiert. Für die Nutzung direkt an einem Smart-TV existiert diese Funktion bisher nicht. An der Umfrage haben 333 Menschen teilgenommen, die im Alltag einen Screenreader nutzen.
Smartphones werden am häufigsten mit Screenreader genutzt
Screenreader ermöglichen die Bedienung einer Vielzahl von Geräten, angefangen bei Smartphones über Laptops bis hin zu Fernsehern. Im Rahmen der Umfrage von ZDFmitreden wurde ermittelt, welche Geräte bei den Befragten am häufigsten mit Screenreadern verwendet werden.
An der Spitze steht das Smartphone: 48 Prozent der Befragten bedienen ihr Smartphone mithilfe eines Screenreaders. Im Gegensatz dazu gibt es eine kleine Gruppe von 8 Prozent, die überhaupt kein Smartphone nutzen. 42 Prozent der Befragten verwenden zwar ein Smartphone, greifen jedoch nicht auf einen Screenreader zurück.
Auf dem zweiten Platz stehen PC und Laptop, wobei 40 Prozent der Umfrageteilnehmer diese Geräte mit einem Screenreader nutzen. Nur 9 Prozent der Befragten verzichten komplett auf einen PC oder Laptop, während 49 Prozent diese Geräte ohne Screenreader verwenden.
Das Tablet wird von 33 Prozent der Befragten mit einem Screenreader bedient. Ein vergleichsweise großer Anteil von 32 Prozent nutzt kein Tablet, während 34 Prozent ein Tablet ohne Screenreader verwenden.
Dein ZDF:ZDFmitreden - Umfrageergebnisse
Beim Thema TV-Geräte zeigen die Ergebnisse, dass 20 Prozent der Befragten ein TV-Gerät mit einem Screenreader bedienen. 17 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzen kein TV-Gerät, während 60 Prozent zwar ein TV-Gerät nutzen, aber auf die Unterstützung durch einen Screenreader verzichten.
TV-Gerät trotz Sehbehinderung ohne Screenreader bedienen?
ZDFmitreden wollte wissen, weshalb Menschen ihr TV-Gerät trotz Sehbehinderung ohne Screenreader nutzen. Diese Frage richtete sich an diejenigen, die für andere Geräte zwar auf einen Screenreader zurückgreifen, jedoch nicht für ihr TV-Gerät.
Der häufigste Grund, den 62 Prozent der Befragten anführten, ist die Tatsache, dass sie ihr TV-Gerät auch ohne Hilfsmittel bedienen können. Es liegt nahe, dass dies aufgrund des größeren Bildschirms bei Fernsehern für viele Menschen einfacher ist als beispielsweise bei einem Smartphone.
Ein weiterer bedeutender Grund, den 26 Prozent der Befragten angaben, ist, dass ihr TV-Gerät technisch nicht für die Bedienung per Screenreader ausgerüstet ist. Tatsächlich gibt es viele ältere Geräte, an denen diese Funktion nicht verfügbar ist.
11 Prozent der Befragten gaben an, ein anderes Hilfsmittel zu nutzen, um TV-Geräte zu bedienen. Eine kleine Gruppe von 6 Prozent erklärte, dass sie ihr TV-Gerät in der Regel nur gemeinsam mit anderen nutzt, die das Gerät für sie bedienen.
E-Mails und Textnachrichten, aber auch Videos
ZDFmitreden hat auch gefragt, welchen Tätigkeiten die Befragten mithilfe eines Screenreaders nachgehen. Dabei gaben 49 Prozent der Befragten an, Screenreader zu nutzen, um E-Mails und Textnachrichten zu lesen und zu schreiben. Kommunikation stellt damit die wichtigste Tätigkeit dar.
Auf dem zweiten Platz lag die Nutzung von Videoinhalten. Videoinhalte nutzen 37 Prozent der Befragten mithilfe eines Screenreaders. Dieser relativ große Anteil unterstreicht die Bedeutung von Screenreadern für die Nutzung von Streaming-Plattformen.
Weitere häufige Tätigkeiten sind das Surfen im Internet (33 Prozent), die Bedienung von Apps und Programmen (32 Prozent) und die Nutzung von sozialen Medien (26 Prozent). Online-Shopping nutzt ebenfalls ein Teil der Befragten (17 Prozent) mit einem Screenreader. Ebenso viele gaben an, Screenreader für weitere, individuelle Tätigkeiten zu verwenden.
Idee wird stark befürwortet
Der Idee, eine Screenreader-Funktion für die Nutzung des ZDF Streaming-Portals auf Smart-TVs einzubauen, standen die Befragten sehr positiv gegenüber. 74 Prozent finden die Idee (sehr/eher) gut. Nur 12 Prozent finden die Idee (weniger/gar) nicht gut.
Die Gründe derjenigen, die der Idee positiv gegenüber standen: 67 Prozent finden, dass Screenreader eine gute Lösung sind, um TV-Geräte barrierefrei bedienen zu können. 36 Prozent sagten sogar, sie würden die Funktion selbst gerne nutzen. Und 20 Prozent gaben an, dass sie derzeit unzufrieden mit ihren Möglichkeiten sind, das ZDF-Streaming-Portal barrierefrei auf ihrem TV-Gerät zu nutzen.
Das sagt die Redaktion
Als Abteilung, die das ZDF-Streaming-Portal verantwortet, sind wir sehr dankbar für die Ergebnisse der Befragung und die vielfältigen Hinweise. Diese lassen wir gerne unmittelbar in unsere Arbeit einfließen. Sie helfen uns, das ZDF-Streaming-Portal auf allen Ausspielwegen passgenau noch barrierefreier zu machen.
Dr. Martina Tunali, Abteilung User Products im ZDF
Nicola Foltys von der Abteilung Access sagt außerdem: "Wir freuen uns sehr darüber, dass das Thema Barrierefreiheit und Zugänglichkeit für so viele Menschen ganz selbstverständlich ist. Das spornt uns an, unser Angebot stetig weiterzuentwickeln und auszubauen. Umfragen wie diese helfen uns dabei, die richtigen Schwerpunkte zu setzen.“
Die Befragung fand im Januar und Februar 2026 statt.
Quelle: ZDFmitreden; Daten aussagekräftig für die ZDFmitreden-Community (ab 16 Jahren). Keine Zufallsstichprobe, daher nicht bevölkerungsrepräsentativ.