Ob in einer Gemeinschaftszelle mit 30 Insassen oder in der winzigen Isolationszelle: Die Häftlinge verbringen die meiste Zeit eingesperrt. Langeweile und Platzmangel führen schnell zu Konflikten - und im schlimmsten Fall zu Unruhen und Aufständen.
Vom „El Infiernito“ zu Renovación 1
In der Regel dürfen sich die Insassen nur einmal alle zwei Wochen für eine Stunde draußen im Gefängnishof aufhalten. Besuch von Angehörigen können sie ebenfalls nur alle 14 Tage empfangen.
Um sich und ihre Familien vor möglichen Racheaktionen zu schützen, tragen die Wärter dort Masken. Mit den Gefangenen zu sprechen, ist nur dem Leiter der jeweiligen Schicht erlaubt.
Jahrelang war das nur eine halbe Autostunde von der Hauptstadt entfernte Gefängnis Renovación 1 auch als „El Infiernito“ bekannt, die „kleine Hölle“. Damals lebten die Häftlinge dort sogar noch recht komfortabel: Ob Spielekonsolen, Fernseher, Glasfaserkabel und Zootiere im Schwimmbassin - an nichts mangelte es den Männern. Die Gangbosse unter ihnen waren die heimlichen Herren im Knast.
Doch seit einer Razzia im Jahr 2024, bei der auch Waffen und Bargeld gefunden wurden, können die schlimmsten Verbrecher Guatemalas von diesen Tagen nur noch träumen.
Zwischen Kontrolle und Unterdrückung
Gewalt, Enge und Machtkämpfe prägen Gefängnisse weltweit. „Überleben hinter Gittern“ zeigt den Kampf der Insassen um Würde und Zukunft – und wirft die Frage auf, wann Kontrolle zur Unterdrückung wird.
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