Nach James-Bond-Manier überwindet Ingo Bethke die Grenze gleich mehrfach, bis auch sein letzter Bruder in Freiheit ist. Der Ex-DDR-Bürger Wolfgang Welsch baut gleich eine ganze Fluchthilfeorganisation auf.
Waghalsige Fluchten und Stasi als Auftragskiller
Wer erfolgreich aus der DDR fliehen möchte, braucht unglaublichen Erfindergeist. So wie die Brüder Ingo und Holger Bethke. Ingo flieht als Erster mit einer Luftmatratze über die Elbe, sein Bruder wenige Jahre später an einem Drahtseil hängend über die Berliner Mauer. Den dritten Bruder, Egbert, holen Ingo und Holger mit zwei Ultraleichtflugzeugen raus. Drei waghalsige Aktionen, die dreimal gut gehen.
Andere machen aus der Fluchthilfe ein Business, so wie Wolfgang Welsch. Mithilfe von Reisepässen, die ihm ein Beamter aus der Bundesrepublik zur Verfügung stellt, schleust er DDR-Bürger aus Bulgarien in den Westen. Doch die Stasi kommt ihm auf die Spur und setzt einen Agenten auf ihn an. Der gewinnt zuerst Welschs Freundschaft und verübt dann einen Mordanschlag auf ihn – im Auftrag der Stasi.
Weltpolitik hinter sozialistischer Fassade der DDR
Nachdem die USA zur Atommacht aufgestiegen sind, will die Sowjetunion unbedingt gleichziehen. Doch dazu fehlt ihr Uran. Der damals größte Flächenstaat der Welt hat keine Minen, die genug waffenfähiges Uran liefern würden. Uranerz finden Stalins Geologen ausgerechnet im Erzgebirge. Unter dem Tarnnamen "Wismut" lässt die UdSSR einen großen Teil des Urans, den sie zum Bau von Atomwaffen benötigt, in Sachsen und Thüringen fördern. Unter strengster Geheimhaltung.
Harte Bedingungen in den DDR-Gefängnissen
Ähnlich geheim sind die unmenschlichen Bedingungen, unter denen politische Gefangene in den Gefängnissen der DDR leben müssen. Niemand soll wissen, dass sie dort Zwangsarbeit leisten. Im Frauengefängnis Hoheneck nähen die Gefangenen Damenstrümpfe und Bettwäsche. Die hohen Vorgaben sind nicht zu schaffen. Im Chemiedreieck um Bitterfeld müssen Zwangsarbeiter ohne Arbeitsschutz mit Säuren und Quecksilber hantieren – und gefährden ihre Gesundheit.
Zwangsarbeit für Westdevisen
All diese Waren werden für Devisen in den Westen exportiert. So entstehen IKEA-Möbel, aber auch zahlreiche Produkte für den Quelle-Katalog und Kaufhausketten wie Woolworth und Karstadt. Die gefangenen Frauen und Männer müssen oft jahrelang schuften, bis die Bundesrepublik sie freikauft. Ihr Verbrechen war in den meisten Fällen ein gescheiterter Fluchtversuch.
"DDR unglaublich" erzählt Geschichten von DDR-Bürgern auf der Suche nach Freiheit und einer Staatsführung, deren Aktionen und Entscheidungen heute fast unglaublich klingen.
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