Tödliches Erbe der DDR - Deutsches Uran für Moskaus Bomben
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Tödliches Erbe der DDR - Deutsches Uran für Moskaus Bomben - Erz um jeden Preis

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Erz um jeden Preis
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Tödliches Erbe der DDR - Deutsches Uran für Moskaus Bomben
Erz um jeden Preis
  • 19.09.2026

Kurz nach Kriegsende 1945 startet im Erzgebirge eines der größten Geheimprojekte der Nachkriegszeit: Unter dem Tarnnamen "Wismut" graben Arbeiter nach Uran für Stalins Atombombe.

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Erz um jeden Preis

Kurz nach Kriegsende 1945 startet im Erzgebirge eines der größten Geheimprojekte der Nachkriegszeit: Unter dem Tarnnamen "Wismut" graben Arbeiter nach Uran für Stalins Atombombe.

Montage zur Folge: Erz um jeden Preis
Sachsen und Thüringen gehören zu Beginn des Kalten Krieges zu den wichtigsten Uranlieferanten der Sowjetunion. Zehntausende Menschen arbeiten unter strenger Geheimhaltung und unter gefährlichen Bedingungen für die „Wismut“. Viele Bergleute sterben bei Unfällen oder später an den gesundheitlichen Folgen des Uranbergbaus.

Wismut: Uran für Stalins Atomprogramm

1945 verändert die erste Atombombenexplosion das globale Machtgefüge. Um im atomaren Wettrüsten mit den USA aufzuholen, benötigt die Sowjetunion große Mengen Uran. Josef Stalin lässt deshalb in Osteuropa intensiv nach dem radioaktiven Rohstoff suchen. In Sachsen werden sowjetische Geologen fündig: In alten Bergbaurevieren des Erzgebirges lagern bedeutende Uranvorkommen.
"Wismut" - hinter diesem Namen verbirgt sich ab 1947 eines der geheimsten Industrieprojekte der Nachkriegszeit. Dort fördern sie das Uran für das sowjetische Atomprogramm. Am 29. August 1949 ist es so weit: Die Sowjetunion zündet ihre erste Atombombe. Das Uran aus der "Wismut" ist hierfür ein entscheidender Faktor.
Das Erzgebirge wird zum Hotspot des Kalten Krieges. Zehntausende Bergarbeiter werden in die Region gebracht, um nach Uran zu graben. Doch die Bedingungen sind lebensgefährlich: Einstürze und Unfälle sowie die Belastung mit Staub, Radongas und radioaktiver Strahlung gehören zum Alltag.

Uranabbau im Erzgebirge

Rund um Johanngeorgenstadt, Schneeberg und Schlema entstehen neue Schächte, Bergbausiedlungen und Sperrzonen. Zeitweise beschäftigt die Wismut mehr als 200.000 Menschen und entwickelt sich zu einem der weltweit größten Uranproduzenten. Die Uranlieferungen an die Sowjetunion stehen zunächst im Zusammenhang mit den Reparationsforderungen nach dem Zweiten Weltkrieg.
Die "Wismut" ist in der DDR topsecret. Sowjetsoldaten sichern die Anlagen. Wer unter Spionageverdacht gerät, muss um sein Leben fürchten. Allein zwischen 1951 und 1953, so der Historiker Rainer Karlsch, werden rund 70 "Wismut"-Kumpel in der Sowjetunion hingerichtet.

Hohe Löhne und Privilegien bei der Wismut

Gleichzeitig bietet die Wismut vergleichsweise hohe Löhne und besondere Vergünstigungen. Für viele Menschen eröffnet die Arbeit in den entbehrungsreichen Nachkriegsjahren die Aussicht auf ein besseres Einkommen und sozialen Aufstieg. So entsteht eine widersprüchliche Geschichte zwischen wirtschaftlicher Hoffnung, politischer Kontrolle und erheblichen gesundheitlichen Belastungen.

Die Folgen des Uranbergbaus in der DDR

Die langfristigen Folgen des jahrzehntelangen Uranabbaus werden erst nach und nach sichtbar. Bergleute erkranken infolge ihrer beruflichen Belastungen, Ortschaften müssen dem Bergbau weichen und Landschaften werden massiv verändert. Nach dem Ende des Uranabbaus beginnt eine aufwendige Sanierung der ehemaligen Bergbauregionen.
Uran aus dem Erzgebirge macht die Sowjetunion zur Atommacht. Doch der Preis für die Jagd nach dem radioaktiven Stoff ist hoch: Bis heute sterben Bergleute an Krebs, ganze Dörfer sind verschwunden, Landschaften verwüstet. Die einzigartige Geschichte der "Wismut" wirkt bis heute nach.