Tödliches Erbe der DDR - Deutsches Uran für Moskaus Bomben
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Tödliches Erbe der DDR - Deutsches Uran für Moskaus Bomben - Strahlende Gefahr

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Tödliches Erbe der DDR - Deutsches Uran für Moskaus Bomben
Strahlende Gefahr
  • 19.09.2026

Bis 1990 liefert die DDR Uran für Moskaus Atombomben – mit drastischen Folgen für Mensch und Umwelt: Dörfer verschwinden, Landschaften werden radioaktiv verseucht, Bergleute erkranken.

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Strahlende Gefahr

Bis 1990 liefert die DDR Uran für Moskaus Atombomben – mit drastischen Folgen für Mensch und Umwelt: Dörfer verschwinden, Landschaften werden radioaktiv verseucht, Bergleute erkranken.

Montage zur Folge: Strahlende Gefahr
Die „Wismut“ im Erzgebirge ist zeitweise einer der größten Uranproduzenten der Welt. Die Jagd nach dem radioaktiven Metall bezahlen viele Bergleute mit ihrer Gesundheit und ihrem Leben. Der Uranabbau hinterlässt zudem massive Schäden an Landschaft und Umwelt. Die Sanierung der Altlasten kostet bis heute Milliarden – eine Mammutaufgabe für Generationen.

Uranabbau hinterlässt massive Umweltschäden

Im atomaren Rüstungswettlauf mit den USA fordert die Sowjetunion von der DDR immer mehr Uran. Bis 1990 werden mehr als 216.000 Tonnen Uran geliefert. Das Uran aus dem Erzgebirge ist unverzichtbar für Moskaus Atomprogramm.

Um den Uran-Hunger zu stillen, wird der Bergbau auf Thüringen ausgeweitet. Die Konsequenzen für die Region sind drastisch: Häuser stürzen ein, ganze Dörfer werden abgerissen. Radioaktive Abfälle werden in offene Gruben gekippt, chemische Laugen in Flüsse geleitet.
Besonders dramatisch ist es im Dorf Culmitzsch. 1962 bricht dort nachts der Damm eines riesigen Schlammbeckens, in dem Abfälle aus der Uranaufbereitung lagern. Eine radioaktive Flut ergießt sich Richtung Dorf, kontaminiert das Erdreich und den Fluss. Die DDR-Führung lässt Culmitzsch räumen und später abreißen. Was bleibt, ist eine Sperrzone.

Radioaktive Belastung - geheim, Bergleute - krank

Die Umweltzerstörung ist nicht zu übersehen – offiziell ist sie tabu. 1987 filmt der Bürgerrechtler Michael Beleites heimlich die radioaktive Verseuchung. Seine Recherchen geraten in den Westen und er ins Visier der Staatssicherheit.
Am schlimmsten trifft es die Bergleute. Sie arbeiten unter Tage mit radioaktivem Erz, atmen uranhaltigen Staub und Radongas ein. Der Uranbergbau fordert Tausende Opfer. Viele Kumpel erkranken, manche sterben. Die Diagnosen ähneln sich: Staublunge, Gelenkschäden, Lungenkrebs.
Das Lungenkrebsrisiko unter Uranbergleuten sei etwa doppelt so hoch wie in der Allgemeinbevölkerung, sagt die Epidemiologin Michaela Kreuzer vom Bundesamt für Strahlenschutz. Im Einzelfall einen Zusammenhang zwischen Erkrankung und beruflicher Belastung nachzuweisen, ist jedoch schwierig. Zahlreiche ehemalige Wismut-Beschäftigte kämpfen um die Anerkennung ihrer Erkrankungen als Berufskrankheit.

Milliardenkosten für die Sanierung der Wismut-Altlasten

Erst nach dem Mauerfall endet der Uranabbau im Erzgebirge. Die Sowjetunion zieht sich zurück und hinterlässt eine geschundene Landschaft. Die Sanierung der gigantischen Altlasten ist ein Milliardenprojekt, das die Region noch für Jahrzehnte prägen wird.
Uran aus dem Erzgebirge macht die Sowjetunion zur Atommacht. Doch der Preis für die Jagd nach dem radioaktiven Stoff ist hoch: Bis heute sterben Bergleute an Krebs, ganze Dörfer sind verschwunden, Landschaften verwüstet. Die einzigartige Geschichte der "Wismut" wirkt bis heute nach.