Aylin (rechts im Bild) steht auf einem Balkon. Sie schaut Ernst in die Kamera und hält fasst sich mit der Hand an den Bauch.
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37 Grad Kurzreportagen - MRKH-Syndrom: Aylin lebt ohne Vagina

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MRKH-Syndrom: Aylin lebt ohne Vagina
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MRKH-Syndrom: Aylin lebt ohne Vagina
  • 07.07.2026

Aylin ist ohne Vagina geboren. Eine ausbleibende Periode und Schmerzen bei ersten sexuellen Erfahrungen führen schließlich zur Diagnose MRKH-Syndrom. Geschlechtsverkehr ist ohne eine Operation nicht möglich.

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MRKH-Syndrom: Aylin lebt ohne Vagina

Aylin ist ohne Vagina geboren. Eine ausbleibende Periode und Schmerzen bei ersten sexuellen Erfahrungen führen schließlich zur Diagnose MRKH-Syndrom. Geschlechtsverkehr ist ohne eine Operation nicht möglich.

Jahrelang wartet Aylin vergeblich auf ihre erste Periode. Während in ihrer Schulzeit das Thema Menstruation und erste sexuelle Erfahrungen im Freundeskreis allgegenwärtig werden, ist bei Aylin alles anders. Versuche, intim zu werden, enden in stechenden Schmerzen und dem Gefühl, nicht richtig dazuzugehören. Erst 2015 bringt eine Untersuchung in der Spezialklinik Tübingen Gewissheit: Aylin hat das Mayer-Rolitansky-Küster-Hauser-Syndrom (MRKH). Hinter dem Namen verbirgt sich eine seltene Fehlbildung, bei der die Gebärmutter und der Scheidengang von Geburt an fehlen oder verkümmert sind.
Aylin steht vor einer schweren Wahl: jahrelanges Dehnen oder eine riskante Operation. Sie entscheidet sich für den operativen Weg. Mithilfe eines Spannerapparats und Drähten, die durch ihre Bauchdecke geführt werden, wird Millimeter für Millimeter ein künstlicher Scheidengang (Neovagina) geschaffen. In dieser Zeit ist ihr Partner Oli ihre wichtigste Stütze. Als Aylin ihm unter Tränen beichtet, dass sie keine Kinder bekommen kann und Geschlechtsverkehr ohne OP unmöglich ist, nimmt er ihr die Angst, „nicht genug“ zu sein. Er gibt ihr die Sicherheit, dass ihre gemeinsame Zukunft nicht an einer biologischen Funktion scheitern würde.
Heute führt Aylin ein erfülltes Leben, hat durch Selbsthilfegruppen Kontakt zu anderen Betroffenen geknüpft und blickt gemeinsam mit Oli nach vorne. Sie geht auch mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit, um Vorurteile abzubauen und anderen Mut zu machen.