Fabian steht neben einem LED-Herz, welches in den Pride-Farben erleuchtet.
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37 Grad Kurzreportagen - Fabian - Coming out

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Fabian - Coming out
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Fabian - Coming out
  • 02.06.2026

Mit 25 Jahren hat Fabian sein Coming-Out. Schon in der Pubertät merkt er, dass er schwul ist. Trotzdem ist er neun Jahre mit einer Frau zusammen. Niemand merkt, wie unglücklich er ist. Seine innere Zerissenheit stürzt ihn in die Drogenabhängigkeit. Erst nach seinem Entzug stellt er sich seinen Gefühlen und outet sich. Für ihn beginnt ein neues, befreites Leben.

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Fabian - Coming out

Mit 25 Jahren hat Fabian sein Coming-Out. Schon in der Pubertät merkt er, dass er schwul ist. Trotzdem ist er neun Jahre mit einer Frau zusammen. Niemand merkt, wie unglücklich er ist. Seine innere Zerissenheit stürzt ihn in die Drogenabhängigkeit. Erst nach seinem Entzug stellt er sich seinen Gefühlen und outet sich. Für ihn beginnt ein neues, befreites Leben.

Fabian führt ein scheinbar perfektes Leben: Freundin, Job, Wohnung. Doch innerlich spürt er: Etwas stimmt nicht. Was niemand ahnt: Fabian lebt gegen sich selbst. 
Schon mit 13 merkt er, dass er sich zu Männern hingezogen fühlt. Doch die Angst, anders zu sein, ist stärker. „Ich war das Kind, das keine Probleme macht. Ich wollte, dass alle stolz auf mich sind.“ Als seine Jungs-Clique im Jugendalter anfängt, immer mehr über Mädchen zu sprechen, kann Fabian nichts damit anfangen. „Ich hab eigentlich schon mit 13 gemerkt, dass ich Jungs viel spannender finde.“ Doch Scham verdrängt den Gedanken sofort. Trotz eines toleranten Umfelds kann er seine Sexualität nicht zulassen. „Ich hab’s sofort weggeschoben. Ich wollte normal sein und mir unbedingt beweisen, dass ich hetero bin.“
Als Teenie lernt er seine Ex-Freundin kennen. Obwohl sich die Beziehung für ihn eher wie eine Freundschaft anfühlt, redet er sich ein, dass Liebe eben so aussieht. Doch die Fassade kostet Kraft. Mit Anfang 20 spürt Fabian eine innere Unruhe, die immer stärker wird. Er bekommt soziale Ängste, Panikattacken, das Gefühl, beobachtet zu werden. „Ich hatte ständig Angst, dass jemand merkt, dass ich schwul bin und ich dadurch alles verliere, was ich mir aufgebaut habe. Ich hab mich selbst dafür gehasst, dass ich so bin.“
Die Angst, entdeckt zu werden, wird stärker. Um sie zu betäuben, greift Fabian zu Alkohol und Tabletten. Kurz hilft es, dann wird er süchtig. Fabian kommt ohne Benzodiazepine (Benzos) im Alltag überhaupt nicht mehr klar. Sein Umfeld weiß von seiner Sucht und drängt ihn schließlich 2022 zum Entzug. „Ich dachte, ich geh da hin, weil ich ein Drogenproblem habe. Aber eigentlich hatte ich ein Identitätsproblem.“ Nach dem Klinikaufenthalt zieht Fabian mit seiner Freundin zusammen und merkt: Es geht nicht mehr. Er outet sich. Zuerst vor seiner Therapeutin, dann vor seiner Freundin, dann vor seinen Eltern und Freunden. „Es war, als würde ein Staudamm brechen. Plötzlich wollte ich, dass die ganze Welt es weiß.“ Zum ersten Mal kann er atmen. Das Coming-out beendet seine neunjährige Beziehung, eröffnet aber ein neues Leben.
Heute studiert Fabian Musikbusiness, macht Hip-Hop-Musik und lebt ein freies Leben in München. Fabians Geschichte erzählt von dem Mut, ehrlich zu sich selbst zu werden, auch wenn das bedeutet, ein scheinbar perfektes Leben aufzugeben. Sie handelt von Selbstbetrug, Angst, gesellschaftlichen Erwartungen und der Kraft, sich neu zu erfinden. Es ist kein klassisches Coming-out, sondern ein Film über Identität, Scham und Mut: Was passiert, wenn man das Leben lebt, das alle erwarten – nur nicht sein eigenes?