37 Grad Leben - die Einzeldokus - KI und Therapie?
Junge Menschen sprechen mit KI über Angst und Stress. "37° Leben" zeigt, was KI-basierte Chatbots leisten können, wo Therapie beginnt und warum die Technik kein Ersatz für Hilfe ist.
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- 08.02.2026
- ZDF
Junge Menschen sprechen mit KI über Angst und Stress. "37° Leben" zeigt, was KI-basierte Chatbots leisten können, wo Therapie beginnt und warum die Technik kein Ersatz für Hilfe ist.
Chatbots können Entlastung bieten: als erste Anlaufstelle, als strukturierende Hilfe, als Begleiter zwischen Therapiesitzungen. Gleichzeitig ist klar, dass sie kein Ersatz für professionelle Hilfe sind, aber ein teils nützliches Tool im psychischen Gesundheitsalltag.
Rettungsanker in aktuten Momenten
Madeline leidet unter Emetophobie, der panischen Angst vor dem Erbrechen. Wenn sich eine Panikattacke anbahnt, sucht sie schnelle Rückversicherung – und findet sie in einer künstlichen Stimme. "Ich brauche eine ruhige Stimme, die mich da rausholt", sagt sie. Für Madeline ist KI kein Ersatz für Therapie, aber ein niedrigschwelliger Rettungsanker in akuten Momenten.
Emitionen einordnen
Liam lebt mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung. Seine Gefühlswelt ist intensiv, manchmal überwältigend. KI nutzt er, um seine Emotionen besser einzuordnen. Die Technologie wird für ihn zum Spiegel, der hilft, Muster zu erkennen. Was für ihn zählt: Die Möglichkeit, jederzeit Fragen zu stellen – ohne Scham, ohne Stigma.
Strukturierender Life-Coach
Für Alischa, eine Person mit Autismus und zusätzlicher Diagnose ADHS, hingegen funktioniert die beratende Kommunikation der KI nicht so wie gewünscht. "Die Art, wie sie mir helfen will, erreicht mich nicht", sagt sie. Und doch nutzt sie den Chatbot täglich – als strukturierenden Life-Coach, der ihren Alltag erleichtert. Was für andere Therapie ist, wird für sie zu einem Werkzeug, das Ordnung in eine reizüberflutete Welt bringt.
Neue Möglichkeiten nutzen
Eingeordnet werden diese persönlichen Geschichten von Prof. Dr. Harald Baumeister, Experte für Psychologie und Technologie an der Universität Ulm. Er beleuchtet Chancen und Risiken: Was kann KI heute tatsächlich leisten? Wo stößt sie unweigerlich an Grenzen? Wie verändert sich unsere Vorstellung von psychischer Unterstützung, wenn 24/7 ein digitales Gegenüber bereitsteht? Und welche Rolle spielen Privacy und der Umgang mit Daten?
KI wächst rasant – und mit ihr die Frage, wie verantwortungsvoll wir diese neuen Möglichkeiten nutzen. "37°Leben: KI und Therapie?" erzählt von Menschen, die mutig neue Wege gehen – und von einer Technologie, die gerade erst beginnt, unsere seelische Gesundheit mitzugestalten.