Kriege und Konflikte erschüttern die Welt. Was kann der Einzelne tun? Danilo geht nach Jerusalem in ein multireligiöses Krankenhaus. Und Tobias engagiert sich für die "Schule des Friedens" in Berlin und vermittelt in internationalen Konflikten. Was motiviert die drei?
Alternative zu Gewalt und Elend
Ulrike (47) sagt, das größte Problem in Tumaco sei die Gewalt der Drogenbanden, die den Kokaanbau des Landes kontrollierten und vor allem Jugendliche rekrutierten, die nichts mehr zu verlieren haben. Seit 2011 lebt und arbeitet sie mit den Menschen vor Ort. In ihrer Holzhütte im Armenviertel gibt es kein fließendes Wasser und nicht immer Strom. "Ich sehe Jesus da schon als ein Vorbild. Er ist auch dorthin gegangen, wo es weh tut, an die Ränder der Gesellschaft. Ich kann das hier aushalten, weil ich es aus freien Stücken mache."
Menschen mit Mitgefühl und Herzlichkeit begegnen
Bis August 2023 macht Danilo (23) ein Freiwilliges Soziales Jahr in Jerusalem. Auslöser ist eine Lebenskrise des jungen Berliners. Er absolviert seinen Friedensdienst am Jerusalemer St. Louis French Hospital. Bei der Betreuung der Patienten werden deren kulturelle, kommunale und religiöse Unterschiede berücksichtigt. Emad, ein palästinensischer Pfleger, nimmt Danilo "an die Hand". Die beiden freunden sich an. Danilo lernt, mit Krankheit, Leid und Tod umzugehen, und versucht, sich auf alle Patienten einzulassen, ihnen mit Mitgefühl und Herzlichkeit zu begegnen. Die Arbeit berührt den gläubigen Christen tief: Danilo richtet sein Leben neu aus, der Klimatechniker will Krankenpfleger werden.
Dann erfolgt der Terrorangriff der Hamas gegen Israel am 7. Oktober 2023, der die Welt erschüttert. Danilo, erst seit wenigen Wochen wieder in Berlin, kann seine Gefühle kaum in Worte fassen, so sehr belastet ihn die entfesselte Gewalt. Mit Emad hält er weiter Kontakt – sie skypen regelmäßig miteinander. Danilos Zeit in Israel war im Vergleich zu heute friedlich. Im St. Louis French Hospital hat er erfahren, wie auch in einer Konfliktregion Frieden im Kleinen gelebt werden kann. Ist das angesichts des aktuellen Krieges jetzt alles obsolet?
Treffen in der "Schule des Friedens"
Tobias (34) engagiert sich seit Jahren für die katholische Laiengemeinschaft "Sant' Egidio" in Berlin, in der "Schule des Friedens". Jedes Wochenende treffen sich Jugendliche und Betreuer wie Tobias mit Kindern aus ärmeren Verhältnissen, um mit ihnen Hausaufgaben zu erledigen, gemeinsam zu spielen, zu singen und ab und zu einen Ausflug zu machen.
Viele der Kinder haben aufgrund von Migrationsgeschichten oder prekären Familienverhältnissen die Erfahrung gemacht, am Rande zu stehen. In der "Schule des Friedens" geht es darum, jedem Kind zu vermitteln, dass es etwas kann und jemand für es da ist.
Die drei Deutschen sind überzeugt davon, dass Frieden jederzeit eine Chance hat. Die Motivation, sich unermüdlich dafür einzusetzen, stammt nicht zuletzt aus ihrem christlichen Glauben.
Wer sich als Deutsche oder Deutscher im Ausland für Frieden engagieren möchte, kann nicht ohne weiteres in ein Land seiner Wahl ausreisen. Entsendeorganisationen sind nötig, um rechtliche Probleme sowie steuerliche und versicherungstechnische Belange zu klären.
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