Update am Morgen: Showdown in der Linken-Fraktion

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    Update am Morgen:Showdown in der Linken-Fraktion

    von Daniel Pontzen
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    Daniel Pontzen
    Quelle: ZDF

    Guten Morgen,

    der Plan klingt sehr nachvollziehbar, sehr folgerichtig und vor allem: sehr aussichtslos. Dass der Parteivorstand der Linken dem Hickhack um Sahra Wagenknecht nun ein Ende setzen will, verlangt schon die Selbstachtung. Mit ihrer Drohung, möglicherweise - eventuell - gegebenenfalls eine eigene Partei zu gründen, hält Wagenknecht die Linke seit Monaten in einer Art Würgegriff.
    Nachvollziehbar also, dass man sich "nicht erpressen" lassen möchte, wie Co-Parteichefin Janine Wissler am Montag erklärte, erst recht, wenn Wagenknecht tatsächlich Ressourcen der Linken für die Akquirierung von Personal nutze, wie Wissler andeutete. Folgerichtig erscheint also, den sofortigen Bruch herbeizuführen, was der Parteivorstand am Wochenende einleitete, als er Wagenknecht aufforderte, ihr Bundestagsmandat aufzugeben.
    Bloß: Was, wenn Wagenknecht dem nicht nachkommt? Es scheint, als habe man diese Frage in der Parteizentrale kurzerhand ausgeblendet. Denn, dass Wagenknecht (also jene Wagenknecht, die die Linken-Spitze nun seit Monaten vor sich hertreibt), dass diese Sahra Wagenknecht nun tatsächlich ihr Mandat aufgäbe und es abträte an jemanden, der eben dieser von ihr vorgeführten Parteispitze gefiele - all dies wirkt derart aussichtlos, dass zum Niederschreiben dieses Gedankens Konjunktiv II schon kaum mehr auszureichen scheint, eher schon Konjunktiv III oder IV.
    Heute nun könnte es zu einer Art erstem Showdown kommen, in der Bundestagsfraktion der Linken. Hier hat Wagenknecht nach wie vor viele Unterstützer. Die Fraktions-Chefin Amira Mohamed Ali etwa und der frühere Parteichef Klaus Ernst hatten sich laut und öffentlich gegen den Vorstandsbeschluss gestellt. Und wenn es ganz schlecht läuft für die Linke, werden drei Fraktionsmitglieder austreten, die Linke verlöre ihren Fraktionsstatus und damit wichtige parlamentarische Privilegien.
    Man müsse endlich dieses Damoklesschwert entfernen, das wegen Wagenknecht über der Partei schwebt, so hatte Wissler den Beschluss begründet. Nachvollziehbar, wie gesagt, nur muss man sich überlegen, was so ein Schwert tut, wenn es nicht mehr schwebt. Es saust in aller Regel geradewegs hinunter auf das, was sich unter ihm befindet: in dem Fall eine Partei, die schon zuvor tief gespalten war, danach dann mutmaßlich: Final entzweit.
    Einen guten Start in den Tag!
    Ihr Daniel Pontzen, ZDF-Hauptstadtkorrespondent

    Was im Ukraine-Krieg passiert ist

    Kiew meldet kleine Gebietsgewinne in Donezk: Kiew meldet Fortschritte bei der Rückeroberung einzelner Dörfer. Auch Präsident Wolodymyr Selenskyj spricht von Erfolgen, obgleich die Bedingungen ungünstig seien. Russland behauptet, man habe Angriffe der Ukraine abgewehrt. Ob die erwartete Großoffensive läuft, bleibt unklar.
    Weitere News-Updates zur Lage und zu Reaktionen erhalten Sie jederzeit auch in unserem Liveblog zu Russlands Angriff auf die Ukraine.

    Was heute noch wichtig ist

    Kassenbeiträge sollen auch 2024 steigen: Davon geht zumindest Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) aus. Finanzminister Christian Lindner (SPD) habe klargemacht, dass die Steuerzuschüsse an die Gesetzliche Krankenversicherung nicht erhöht werden könne. Da es keine Leistungskürzungen geben solle, müsse der Beitragssatz erneut leicht steigen, sagte Lauterbach den Zeitungen des Redaktionsnetzwerk Deutschlands.
    DFB-Elf mit glücklichem Remis gegen Ukraine: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat gegen die Ukraine einen Sieg verpasst. Joshua Kimmich rettete der DFB-Elf in ihrem 1000. Länderspiel das Remis zum 3:3 (1:2). Wer das Spiel verpasst hat: Die Partie in ganzer Länge gibt es hier (146 Minuten):
    Freiburger Parkgebührenstreit vor Gericht: In Freiburg hatte ein FDP-Stadtrat dagegen geklagt, dass die Anwohnerparkgebühren Ende 2021 von 30 Euro auf einen Basisbetrag von 360 Euro pro Jahr erhöht worden waren. Heute befasst sich das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig mit dem Fall.
    Trump soll erneut vor Gericht erscheinen: Der ehemalige US-Präsident Donald Trump muss nach einer Anklage in der Affäre um geheime Regierungsdokumente vor Gericht erscheinen. Bei dem Termin vor einem Bundesgericht in Miami wird unter anderem die Anklage verlesen.
    100.000 Häuser ans Fernwärme-Netz anschließen - jedes Jahr? Fernwärme soll in Deutschland eine echte Alternative zu Wärmepumpen und anderen klimafreundlicheren Heizungen werden. Was Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) plant:
    ZDFHeute Fallback Bild
    13.06.2023 | 1:37 min

    Zahl des Tages

    3.995 US-Dollar. So teuer war vor genau 40 Jahren das allererste kommerzielle Mobiltelefon: Das Dynatac 8000X von Motorola. Es wog knapp 800 Gramm und man konnte etwa eine Stunde damit telefonieren. Schon ein Jahr später (1984) hatten rund 300.000 Menschen diesen Urvater des modernen Mobiltelefons erworben. 
    Motorola DynaTAC 8000x
    Motorola DynaTAC 8000x
    Quelle: dpa

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    Kurznachrichten im ZDF - immer auf dem Laufenden21.07.2024 | 1:43 min
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    So wird das Wetter heute

    Am Dienstag gibt es im Osten zahlreiche Wolken. Die Schauerneigung ist aber eher gering. Sonst scheint die Sonne. Bei einem lebhaften östlichen Wind werden 20 bis 29 Grad erreicht.
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    Quelle: ZDF

    Zusammengestellt von Jan Schneider
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