Ukraine: Kiew meldet kleine Gebietsgewinne in Region Donezk

    Krieg in der Ukraine:Kiew meldet kleine Gebietsgewinne in Donezk

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    Kiew meldet Fortschritte bei der Rückeroberung einzelner Dörfer. Russland behauptet, man habe Angriffe der Ukraine abgewehrt. Ob die erwartete Großoffensive läuft, bleibt unklar.

    Ukrainische Soldaten fahren mit einem gepanzerten Personentransporter in der Nähe der Frontstadt Bachmut
    Ukrainische Soldaten fahren mit einem gepanzerten Personentransporter in der Nähe der Frontstadt Bachmut
    Quelle: Reuters

    Im Zuge ihrer Offensive haben die ukrainischen Streitkräfte eigenen Angaben zufolge weitere kleine Geländegewinne erzielt. Das Dorf Storoschewe im Gebiet Donezk sei eingenommen worden, teilte die ukrainische Vizeverteidigungsministerin Hanna Maljar am Montag auf ihrem Telegram-Kanal mit. "Die Nationalflagge weht wieder über Storoschewe und so wird es mit jeder Ortschaft sein, bis wir die ukrainische Erde völlig befreit haben", schrieb sie.
    Storoschewe liegt an der Grenze zwischen den Regionen Donezk und Saporischschja in der Gegend, wo ukrainische Truppen auch am Vortag bereits die Einnahme mehrerer Siedlungen verkündet hatten.
    Ukrainian servicemen pose for a photograph with the Ukrainian flag in the liberated village of Storozheve, in Dontesk region
    Das ukrainische Verteidigungsministerium meldet Erfolge in der Region Donezk.12.06.2023 | 4:22 min
    An mehreren Orten in der Ukraine gibt es Gegenoffensiven mit heftigen Kämpfen:

    Rätsel um erwartete Großoffensive der Ukraine

    Explizit hat Kiew den Beginn seiner lange angekündigten Großoffensive zur Befreiung von Russland besetzten Gebieten noch nicht bestätigt. Militärexperten gehen allerdings davon aus, dass diese bereits läuft. Die Geländegewinne unterstreichen dies.
    Der Vorstoß der Ukrainer verläuft entlang des Flusses Mokri Jaly. Storoschewe liegt auf der Westseite des Flusses wie auch das zuvor als zurückerobert gemeldete südlichere Makariwka. Laut Kiew haben die in dem Gebiet agierenden russischen Truppen einen Damm gesprengt, um das weitere Vorgehen der Ukrainer zu bremsen. Die Auswirkungen des Dammbruchs sind noch unklar. Mokri Jaly ist ein relativ kleiner Fluss. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig geprüft werden.

    Moskau meldet Abwehr Kiewer Angriffsversuche in Südukraine

    Russlands Militär meldete hingegen, Angriffsversuche ukrainischer Truppen an der Südfront abgewehrt zu haben. Durch "energische Handlungen der verteidigenden Einheiten" habe man drei Angriffe aus Richtung Welyka Nowosilka in Donezk und im Raum der Ortschaft Lewadne im Gebiet Saporischschja abgewehrt, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Montag.
    Er sprach zugleich davon, dass ukrainische Truppen unter anderem in der Siedlung Neskutschne getroffen worden seien. Die Siedlung galt bislang als russisch kontrolliert, ehe am Wochenende ukrainische Einheiten Bilder vom Hissen der Nationalflagge im Dorf veröffentlichten. Der nun von Moskau gemeldete Beschuss gilt als weiteres Indiz dafür, dass Neskutschne nicht mehr unter russischer Kontrolle ist.
    Hat die Ukraine mit ihrer Gegenoffensive längst begonnen?

    Militärexperten: Noch kein ukrainischer "Durchbruch"

    Das US-Institut für Kriegsstudien (ISW) schrieb in seinem jüngsten Lagebericht am Sonntag in Washington, die ukrainische Armee habe mehrere Orte bei Angriffen im Süden, Südwesten und Südosten von Welyka Nowosilka im Gebiet Donezk befreit. Storoschewe sowie Neskutschne liegen in unmittelbarer Nachbarschaft von Welyka Nowosilka.
    Der Ukraine seien auch Vorstöße im Gebiet Saporischschja gelungen. Entgegen mancher Darstellung sei es aber verfrüht, zum jetzigen Zeitpunkt von einem ukrainischen "Durchbruch" zu sprechen.



    Kiew: Russische Schwachstellen gefunden?

    Beobachter gehen davon aus, dass in der Anfangsphase der Gegenoffensive Schwachstellen in der russischen Verteidigung aufgespürt und so Moskaus mögliche Verteidigungstaktik offengelegt werden soll, bevor von Kiew größere Teile seiner Soldaten und vom Westen erhaltene Waffen in den Kampf geschickt werden. Es wird erwartet, dass die Angriffe gegen von den Russen gut befestigte Verteidigungsstellungen den Ukrainern einen hohen Tribut abverlangen.
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    Quelle: dpa
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