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Facebook-Managerin tritt zurück : Welches Erbe Sheryl Sandberg hinterlässt

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Sie galt als rechte Hand von Facebook-Gründer Zuckerberg und vielen als Vorbild. Nun gibt Sandberg ihren Posten ab - und hinterlässt ein schwieriges Erbe.

Sheryl Sandberg, COO von Facebook
Sheryl Sandberg tritt als Co-Geschäftsführerin von Meta zurück, Archivbild
Quelle: Reuters

Auf einer Party hatte Sheryl Sandberg den damals 23-jährigen Facebook-Gründer Mark Zuckerberg kennengelernt.

"Marks Glaube daran, dass Menschen ihr wahres Ich online stellen, um mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, war so faszinierend, dass wir den Rest des Abends an der Tür standen und uns unterhielten", erinnert sich Sandberg rund 14 Jahre später in ihrem Statement, in dem sie diese Woche verkündete, dass sie ihren Posten als Co-Geschäftsführerin abgibt.

Dieser idyllische Glaube stammte noch aus einer Zeit, als Fake-News und Hatespeech Fremdwörter waren. In den vergangenen 14 Jahren ist aus einer Vision eines der weltweit einflussreichsten Unternehmen mit Milliarden-Umsatz geworden, das sich mittlerweile Meta nennt. Dazu hat Sandberg maßgeblich beigetragen.

Wie Sandberg Facebooks Geschäftsstrategie prägte

Ihre Kernaufgabe war es, für Facebook ein dauerhaft funktionierendes Businessmodell zu entwerfen. Und das gelang ihr. Sheryl Sandberg, die zuvor Vertriebs-Vizepräsidentin bei Google war, baute ein ausgefeiltes System für Werbung auf Facebook aus, das im Wesentlichen auf dem basierte, was sie bereits bei Google mitentwickelte.

Beim sogenannten "Targeted Advertising" oder "Targeting" werden Werbungsinhalte mit den Interessen und Aktivitäten der Userinnen und User verknüpft. Mit jedem Kommentar, jeder Reaktion geben die mittlerweile drei Milliarden Nutzerinnen und Nutzer Informationen über sich preis, mit denen das Unternehmen Geld verdient. Je mehr Infos, desto zielgenauer können Werbetreibende potenzielle Kunden erreichen. Sandberg gilt als eine der Architekten dieses lukrativen Systems.

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Kritik am Geschäftsmodell von Meta

Die Monetarisierung von persönlichen Daten sieht die Wirtschaftswissenschaftlerin und emeritierte Professorin an der Harvard Business School, Soshana Zuboff, kritisch. Ihr Buch "The Age of Surveillance Capitalism" (Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus), in dem sie sich mit der wachsenden Macht von Tech-Unternehmen beschäftigt und das Geschäftsmodell von Konzernen wie Google und Amazon als "Überwachungskapitalismus" beschreibt, wurde zum internationalen Bestseller.

Nach Sandbergs Erbe gefragt, antwortet sie:

Sandbergs Arbeit bei Facebook hat dazu beigetragen, den Weg für die weitgehende Zerstörung der Privatsphäre zu ebnen.
Soshana Zuboff, Wirtschaftswissenschaftlerin

"Ups and Downs" und Datenskandale bei Facebook

"Er war erst 23 und ich war schon 38 als wir uns kennenlernten, aber gemeinsam haben wir die enormen Höhen und Tiefen der Unternehmensführung durchgestanden", schreibt Sandberg über die 14 Jahre an der Seite von Mark Zuckerberg.

Mit den Tiefen könnte sie unter anderem die Facebook-Datenskandale meinen, wie jenen um die Analysefirma Cambridge Analytica. Als 2018 bekannt wurde, dass das Unternehmen persönliche Informationen von Millionen Facebook-Usern gesammelt hatte, war mitunter auch Sandberg dafür verantwortlich, dass Facebook sehr zögerlich und spät darauf reagierte.

Wie es nach Sandbergs Abgang weitergeht

Zuckerberg pflegte oft zu sagen, Sandberg und er seien gemeinsam erwachsen geworden. Bereits in den vergangenen Jahren gab Sandberg immer mehr Verantwortungsbereiche ab. Nun scheinen Zuckerberg und Meta flügge geworden zu sein.

Für viele ist Sandberg ein Vorbild als Managerin. Sie war als eines der wichtigsten weiblichen Gesichter der globalen Tech-Elite bekanntgeworden. Sie machte sich auch als Buchautorin einen Namen, unter anderem mit dem Bestseller "Lean In: Frauen und der Wille zum Erfolg" oder mit dem Buch "Option B", in dem sie über den plötzlichen Verlust ihres Ehemannes Dave Goldberg schreibt, ihre Trauer und den Umgang damit am Arbeitsplatz.

Jetzt sei es für sie Zeit, ein neues Kapitel in ihrem Leben zu schreiben, kündigt Sandberg an. Ganz von Meta verabschiedet sie sich nicht. Sie will im Verwaltungsrat bleiben.

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