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Korruptionsvorwürfe erschüttern Belgiens Fußball

Belgiens Fußball droht ein gewaltiger Korruptionsskandal. Bei einer großangelegten Razzia bei zehn Erstliga-Klubs wurden mehrere Personen festgenommen - unter anderem Ivan Leko, der Trainer von Meister FC Brügge.

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10.10.2018
10.10.2018

Auch Mogi Bayat, der wohl bekannteste Spielerberater des Landes, mehrere Schiedsrichter sowie Herman Van Holsbeeck, füherer Manager des Spitzenklubs RSC Anderlecht gehören zu den Festgenommenen. Bayat soll angeblich auch der Strippenzieher sein. Es geht um Geldwäsche und Spielmanipulationen im großen Stil. Der FC Brügge ist in der Champions League Gegner von Borussia Dortmund.

44 Durchsuchungen im ganzen Land - Zehn Erstligisten betroffen

Die Spielabsprachen untergraben die Integrität des Sports. Die Justiz arbeitet an einem fairen Sport.
Justizminister Koen Geens

Die Bundesanwaltschaft bestätigte im Laufe des Tages 44 Durchsuchungen im ganzen Land, bei denen zahlreiches Beweismaterial sichergestellt wurde. Neben Brügge und Anderlecht wurden die Räumlichkeiten bei weiteren acht Erstligaklubs durchsucht, darunter Standard Lüttich und der KV Mechelen. Man arbeite uneingeschränkt mit den Behörden zusammen, hieß es in einer Erklärung des RSC Anderlecht. Auch der belgische Fußballverband URBSFA versicherte in einer ersten Stellungnahme, "in voller Transparenz" zu den Ermittlungen beitragen zu wollen.

Belgiens Justizminister Koen Geens äußerte sich nach Bekanntwerden der Polizeiaktion besorgt: "Die Spielabsprachen untergraben die Integrität des Sports. Die Justiz arbeitet an einem fairen Sport." Der Politiker verwies darauf, dass die eingeleiteten Maßnahmen im Kampf gegen die Korruption im Sport gegriffen hätten. Der flämische Sportminister Philippe Muyters fordert via Twitter "volle Transparenz und Kooperation" von den Klubs bei den Ermittlungen. Die vielen sauberen Sportler und die Anhänger hätten das Recht auf einen ehrlichen Sport.

Razzien monatelang vorbereitet

Den Razzien vorausgegangen waren monatelange Ermittlungen. Ende 2017 hatte die Abteilung Sportbetrug der Bundespolizei Hinweise auf verdächtige finanzielle Transaktionen in Liga eins erhalten und war denen auf den Grund gegangen. Nach aktuellem Kenntnisstand sind einige Spiele der Saison 2017/18 von einer kriminellen Vereinigung verschoben worden. Auch ein ehemaliger Anwalt und Journalisten seien in den Betrug involviert gewesen, berichten übereinstimmend belgische Medien.

Zudem hätten nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft vergangene Spielzeit bestimmte Spielervermittler unabhängig voneinander Transaktionen durchgeführt, um so dem Finanzamt Einnahmen aus Provisionen in Bezug auf Spielertransfers, Spieler- und Trainergehälter und andere Zahlungen vorzuenthalten. In diesem Zusammenhang gab es auch Ermittlungen in 13 anderen Ländern, insbesondere in Frankreich, Luxemburg, Zypern, Montenegro, Serbien und Mazedonien.

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