Tod am Filmset: Anklage gegen Alec Baldwin fallen gelassen

    Dennoch wird weiterermittelt:Anklage gegen Alec Baldwin fallen gelassen

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    Nach dem Tod einer Kamerafrau am Set von "Rust" ist das Verfahren gegen US-Star Alec Baldwin eingestellt worden. Die Ermittlungen in dem Fall gehen jedoch weiter.

    Archiv: Alec Baldwin am  23.01.2019 in New York
    Der Schauspieler hatte die Schuld stets von sich gewiesen (Archivbild).
    Quelle: dpa

    Das Strafverfahren gegen US-Schauspieler Alec Baldwin nach einem tödlichen Schuss bei einem Filmdreh ist eingestellt worden. Die Sonderermittler der Anklage hätten die Einstellungsverfügung am Freitag (Ortszeit) eingereicht, teilte das zuständige Gericht in Santa Fe im US-Staat New Mexico mit.
    Bereits am Donnerstag hatte die Staatsanwaltschaft in Aussicht gestellt, dass die im Januar gegen Baldwin erhobene Anklage wegen fahrlässiger Tötung fallen gelassen werde.

    Ermittlungen werden fortgesetzt

    Demnach waren in den vergangenen Tagen neue Sachverhalte bekannt geworden, die weitere Untersuchungen und forensische Analysen erfordern. Die Ermittlungen in dem Fall würden fortgesetzt, zu einem späteren Zeitpunkt könnte Baldwin erneut belangt werden, hieß in einer Mitteilung.
    Baldwin hatte im Oktober 2021 bei einer Drehprobe für eine Szene des Westerns "Rust" mit einer Waffe hantiert, als sich ein Schuss löste und die 42-jährige Kamerafrau Halyna Hutchins tödlich verletzte. Regisseur Joel Souza wurde ebenfalls getroffen, überlebte aber.
    Baldwin beteuert, er habe den Abzug nicht betätigt und die Requisitenpistole sei versehentlich losgegangen. Die ebenfalls angeklagte Waffenmeisterin am Set, Hannah Gutierrez Reed, sagte nach Angaben ihres Anwalts, sie habe die Waffe nicht mit scharfer Munition geladen. Die Anklage gegen Gutierrez Reed bleibe bestehen, erklärte die Staatsanwaltschaft.
    "Sie war meine Freundin", sagte der 63-Jährige Baldwin im Oktober 2021, als er sich erstmals vor laufenden Kameras zu dem Vorfall äußerte:

    Sicherheitskoordinator im März verurteilt

    Ende März war der mitangeklagte Regie-Assistent und Sicherheitskoordinator David Halls zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden, nachdem er sich im Rahmen einer Prozessabsprache des fahrlässigen Umgangs mit einer Schusswaffe schuldig bekannt hatte.
    Halls Anwältin Lisa Torraco sagte jetzt: "Herr Halls war nie der Meinung, dass Herr Baldwin wegen eines Verbrechens angeklagt werden sollte. Es war ein tragischer Unfall, der am besten außerhalb eines Strafgerichts geklärt wird."

    "Rust"-Dreharbeiten wieder aufgenommen

    Im vergangenen Oktober hatte Baldwin in einem Zivilverfahren bereits eine außergerichtliche Einigung mit Hutchins Angehörigen erzielt. Demnach soll "Rust" zu Ende gedreht werden, Hutchins Witwer Matthew wird Produzent.
    Die Dreharbeiten wurden diese Woche wieder aufgenommen. Der Drehort wurde von New Mexico in den Bundesstaat Montana verlegt.
    Quelle: AP, dpa