KI in der Landwirtschaft: Wie die Technik Bauern helfen kann
Hilfe auf dem Feld und im Stall:So gräbt KI die Landwirtschaft um
von Jannik Hausmann
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Künstliche Intelligenz spielt in der Landwirtschaft eine immer größere Rolle. Die Technik kann auf dem Feld und im Stall unterstützen - doch der Einsatz hat seine Tücken.
Auch für die Landwirtschaft bietet KI viele Chancen. Ihr Einsatz stellt Landwirte aber auch vor Herausforderungen.
Quelle: dpa
Um die Menge beim Düngen, den Zeitpunkt der Ernte oder die Mischung des Futters für Rinder genauer zu bestimmen, setzen landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland zunehmend auf Künstliche Intelligenz. So sollen Höfe wirtschaftlicher werden, aber auch Naturschutz und das Tierwohl spielen eine Rolle.
Mit Satelliten und KI die Düngemenge bestimmen
Eingesetzt wird KI in der Landwirtschaft zum Beispiel, um den Einsatz von Dünger und Saatgut zu optimieren. Per Satellit werden Felder vermessen und Satellitenkarten erstellt. Diese Karten zeigen, welche Felder und Äcker besonders fruchtbar sind - und welche nicht.
Je nach prognostiziertem Ertrag der Böden und auf Empfehlung von KI-Modellen und auf Basis von Millionen von Daten passen Landwirte die Menge an Dünger und Saatgut an. Das reduziert Kosten, schont die Umwelt und bietet Bauern eine bessere Entscheidungsgrundlage.
Wetter erschwert Datenaufbau
Regen, Wind und Staub verändern die Bedingungen auf Feldern ständig. Das erschwert nicht nur Salatpflänzchen das Wachsen, sondern auch Sensoren das Sammeln von Daten. Der KI-Experte Anthony Stein betont deshalb:
KI-Systeme müssen in der Landwirtschaft daher besonders robust, adaptiv und flexibel sein und unter sich ständig verändernden Bedingungen funktionieren.
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Prof. Anthony Stein, Universität Hohenheim
Stein leitet an der Universität Hohenheim das Fachgebiet für Künstliche Intelligenz in der Agrartechnik. Er erklärt weiter: "Es nützt Landwirten nichts, wenn automatisch fahrende Roboter auf dem Feld arbeiten, aber ständig aufgrund von Störungen stehenbleiben."
Schwaches Netz bremst KI-Einsatz
Damit KI-Systeme Landwirte zuverlässig unterstützen können, ist auch der Standort entscheidend. Viele Höfe liegen in Gebieten, in denen es keine ausreichende Mobilfunk- und Breitbandversorgung gibt. Das erschwert den Datenaustausch in Echtzeit - und der ist nötig, um etwa mit KI-Modellen das Wetter auf die Minute genau vorherzusagen.
Gleichzeitig ist der Zeit- und Kostendruck in der Landwirtschaft hoch. Investitionen in Landmaschinen und Drohnen, die KI-Modelle mit Daten füttern, sind insbesondere für kleinere Höfe nicht bezahlbar. Und: Es braucht die entsprechende Expertise, um mit intelligenten Systemen umgehen zu können und Prognosen in die tägliche Feldarbeit zu übersetzen.
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Studie: Fast jeder zweite Hof befasst sich mit KI
Trotzdem widmen sich immer mehr Landwirte dem Thema. Laut einer Studie des IT-Branchenverbands Bitkom befasst sich fast jeder zweite landwirtschaftliche Betrieb in Deutschland mit dem Einsatz von KI.
Neun Prozent der 500 befragten Höfe setzen KI bereits ein, um über Wahrscheinlichkeiten das Wetter zu erahnen und Preise vorherzusagen. Auch für Büroarbeiten wollen Landwirte KI einsetzen, so die Studie. Und: Je größer der Betrieb, desto intensiver beschäftigen sich Landwirte mit KI.
ZDF-Umfrage: Junge Menschen finden KI in der Landwirtschaft sinnvoll
Den Einsatz von KI in der Landwirtschaft findet eine deutliche Mehrheit von jungen Erwachsenen in Deutschland gut. In einer repräsentativen Umfrage des ZDF gaben rund 80 Prozent der Befragten an, der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Landwirtschaft sei eher sinnvoll, sinnvoll oder sogar sehr sinnvoll.
Die umfangreiche Befragung im Rahmen des ZDF-Schwerpunkts: "KI - die neue Realität?" ergab aber auch: Nur neun Prozent der Befragten denken bei KI direkt an Landwirtschaft. Für junge Erwachsene liegen die klassischen KI-Einsatzgebiete eher in Forschung und Industrie.
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Gesundheitschecks für Kühe und Unkraut-Roboter
"Wir sind beim Einsatz von KI in der Landwirtschaft noch in den Kinderschuhen", sagt der Wissenschaftler Stein. "Aber es bewegt sich enorm viel."
Das zeigen auch 36 Forschungsprojekte, die das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft 2021 ins Leben rief und deren Ergebnisse im Frühjahr vorgestellt wurden. Ein Projekt erforschte zum Beispiel den Einsatz von KI für Gesundheitschecks von Kühen im Stall, ein anderes die Unkrautbekämpfung durch KI-gestützte Roboter.
Quelle: dpa
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