Mikroplastik: Winzige Teilchen, große Gefahr

    FAQ

    Was ist in Kunststoff drin?:Mikroplastik: Forscher fordern Transparenz

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    Mikroplastik gefährdet Mensch und Umwelt. Forscher fordern von der Industrie, nur nachhaltige Kunststoffe zu verwenden. Was die Teilchen so gefährlich macht - ein Überblick.

    Mikroplastik auf einem Finger
    Mikroplastik kommt inzwischen überall vor.
    Quelle: Imago

    Bei Mikroplastik liegt der Fokus oft auf den Ozeanen. Doch auch im Süßwasser kommen die Stoffe vor. Dieses Problem haben Forschende gerade auf einer dreitägigen Konferenz diskutiert. Die Empfehlungen der Experten an die Politik sollen in die UN-Wasserkonferenz einfließen, die Ende März in New York stattfindet. Koordinator der von der Unesco mitorganisierten Konferenz war Umweltforscher Christian Laforsch von der Universität Bayreuth. Er erklärt, was die Kleinstteilchen so gefährlich macht:

    Was versteht man unter Mikroplastik?

    Bei Mikroplastik handelt es sich um winzige Kunststoffpartikel oder -teile, die entweder in mikroskopischer Größe für persönliche und industrielle Zwecke hergestellt werden oder aus weggeworfenen Kunststoffartikeln stammen. Die Verschmutzung durch Mikroplastik gilt als potenzielle Gefahr für Ökosysteme und die Gesellschaft.
    23.02.2023 | 11:14 min
    Darum ist Mikroplastik gefährlich:

    Wie groß ist die Verschmutzung der Gewässer durch Mikroplastik?

    Das können die Forscher noch nicht genau erfassen, erklärte Experte Laforsch. Als unsachgemäß entsorgter Müll, als Abrieb von Reifen oder etwa beim Zuschnitt von Dämmmaterial gerät Mikroplastik ins Süßwasser und auf Ackerflächen. Standardmäßig analysieren können Wissenschaftler die Partikel bis zu einer Größe von zehn Mikrometern, etwa einem Zehntel des Haardurchmessers. Plastik zerfällt aber in noch kleinere Partikel, die sich noch nicht nachweisen lassen. Nur die Spitze des Eisberges habe man bei der Verschmutzung bislang erfasst.
    16.12.2022 | 2:47 min
    Soviel Mikroplastik ist in unseren Meeren:

    Was ist die besondere Problematik, wenn Plastikpartikel im Wasser landen?

    Anders als chemische Stoffe, die sich meist gleichmäßig im Wasser verdünnen, lagern sich Plastikpartikel in unterschiedlichen Bereichen als Sediment in Gewässern ab oder treiben an der Oberfläche. Insofern lässt sich nicht allgemein sagen, was die Effekte der Verschmutzung sind. Auch ist die Beschaffenheit der Partikel unterschiedlich, enthaltene Chemikalien können Gefahren bergen.
    23.02.2023 | 6:17 min
    Soviel Mikroplastik ist in unserem Boden:

    Wie muss die Politik aus Sicht der Forscher auf die Belastung der Umwelt durch Mikroplastik reagieren?

    Aus Sicht der Experten in Paris müssen bei Bemühungen zum Schutz des Wassers nicht nur die Meere, sondern auch das Ökosystem an Land berücksichtigt werden. Regularien in Bezug auf Kunststoff und den Schutz von Gewässern wie die Wasserrahmenrichtlinie der EU sollten entsprechend angepasst werden.

    Was muss die Industrie tun?

    Die Industrie müsse verpflichtet werden, die Inhaltsstoffe offen zu legen, die während des Produktionsprozesses einem Kunststoffprodukt beigemengt würden, etwa um seine Beschaffenheit zu verändern. "Was ist da überhaupt drin?", das sei mitunter gar nicht klar, sagt Umweltforscher Laforsch.
    Geschätzt treiben bis zu 21 Millionen Tonnen Mikroplastik, allein im Atlantik. Doch was viele Menschen nicht wissen: auch unser Gemüse enthält mikroskopisch kleine Kunststoffpartikel. 17.10.2022 | 5:01 min

    Hilft es weiter, andere Kunststoffe als bisher zu verwenden?

    Die Verwendung nachhaltiger und umweltgerechter Kunststoffe gehört zu den Forderungen, die die Experten in Paris formuliert haben. Schon bei der Konzipierung von Produkten aus Kunststoff müsse berücksichtigt werden, was aus ihnen am Ende des Benutzungszyklus werde. Dabei gehe es nicht nur um Entsorgung und Recycling. Um einen besseren Schutz von Gewässern vor der Verschmutzung durch Mikroplastik zu erreichen, müssten Prozesse in der Industrie umgestellt werden und es seien technische Innovationen nötig.
    Quelle: Michael Evers, dpa