Obama: Merkel "war immer besorgt, dass ich wütend bin"
Obama bei Buch-Tour von Merkel:"Sie war immer besorgt, dass ich wütend bin"
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Barack Obama und Angela Merkel plaudern bei der US-Buchpremiere der Ex-Kanzlerin über alte Zeiten. Es geht um Komplimente und Krisen - heikle Themen werden ausgespart.
Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach bei einer Veranstaltung mit dem früheren US-Präsidenten Barack Obama über ihre Memoiren.
Quelle: AFP
"Nett und freundlich", aber "zurückhaltend": So beschreibt der frühere US-Präsident Barack Obama Angela Merkel bei deren Buchpräsentation am Abend in den USA. An die ehemalige deutsche Bundeskanzlerin gerichtet sagt der 63-Jährige scherzhaft:
Ich würde sagen, du bist nicht unbedingt ein extrovertierter Mensch.
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Barack Obama, ehemaliger US-Präsident
Bei einer Veranstaltung in der US-Hauptstadt Washington sprechen die beiden über Merkels Memoiren - und ihr Verhältnis zueinander. Auf der großen Bühne in Washington wird viel gelacht - und es werden alte Missverständnisse ausgeräumt. Aber längst nicht alles kommt zur Sprache.
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Kleiner Konflikt um eine große Rede
Der damalige US-Präsidentschaftskandidat Obama wollte 2008 eigentlich am Brandenburger Tor sprechen - Merkel erteilte eine Absage, Obama musste an die Siegessäule ausweichen. Verärgert war er nicht, sagt er heute.
Quelle: dpa
Die frühere Kanzlerin spricht auf Deutsch - ihre Antworten werden ins Englische übersetzt. "Sie sollten wissen, dass ihr Englisch exzellent ist und dass wir nie Übersetzer benutzen", lobt Obama die Ex-Kanzlerin. Aber sie sei eben eine sehr genaue Person.
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Merkel und Obama: Absage und ein 'Happy End'
Wenn auch im Rückblick große Verbundenheit zwischen Merkel und Obama inszeniert wird - ein völlig ungetrübtes Verhältnis während der Amtszeiten war es nicht. Ihre kollegiale Beziehung begann mit einer klaren Absage Merkels an Obama, erzählen die beiden auf der Bühne in der US-Hauptstadt: Obama wollte als Wahlkämpfer 2008 am Brandenburger Tor in Berlin reden - durfte aber nicht. Er musste an die nahe gelegene Siegessäule ausweichen.
"Ich glaube, Angela wollte zu Recht darauf achten, dass nicht der eine oder andere Kandidat bevorzugt wird. Und so waren einige der Sehenswürdigkeiten verboten", so Obama dazu.
Das war ich wirklich nicht, aber sie war immer besorgt, dass ich wütend bin.
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Barack Obama, ehemaliger US-Präsident
Das Brandenburger Tor sei für die Deutschen ein symbolischer und wichtiger Ort, schildert Merkel. Bei seinem ersten Besuch als Präsident im Sommer 2013 dann ein 'Happy End': Obama durfte schließlich am Brandenburger Tor sprechen.
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Elefant im Raum: Die Abhöraffäre
Doch auch bei ernsteren Themen wie dem Umgang mit der Finanzkrise, sagt Obama, sei es immer kollegial zugegangen. Man habe nie die Stimme erhoben, aber manchmal die Stirn gerunzelt, scherzt er. Auch Merkel sagt, es sei nicht immer alles eitel Sonnenschein gewesen.
Worüber die beiden bei dem gemeinsamen Auftritt in Washington nicht sprechen: 2013 war bekanntgeworden, dass der US-Geheimdienst NSA über Jahre Merkels Handy ausspioniert hatte. "Ausspähen unter Freunden, das geht gar nicht", hatte sich Merkel damals verärgert gezeigt.
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Merkel: Farbklecks unter den grauen Herren
Angesprochen auf ihre Erfahrungen als Frau in der einstigen Männerdomäne der Spitzenpolitik erklärt Merkel, dass sie anfangs ziemlich naiv gewesen sei - aber in der Politik schnell gemerkt habe, dass es eine gläserne Decke gegeben habe. Als sie als Kanzlerin kandidiert habe, habe es Vorbehalte gegeben.
Einen Vorzug kann die Ex-Kanzlerin ihrer Vorreiterrolle auf dem internationalen Polit-Parkett abgewinnen: Mit ihren farbigen Blazern sei sie auf internationaler Bühne häufig ein Farbklecks zwischen all den grauen Jacketts gewesen.
Einer dieser Jackett-Träger spielte übrigens auch keine Rolle bei der Buchpremiere: Den designierten US-Präsidenten Donald Trump erwähnen Obama und Merkel mit keinem Wort.
Quelle: dpa
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