Trump schwärmt von Zöllen - ausländische Industrie in Sorge
Wirtschaft weltweit besorgt:Trump schwärmt von "schönen" Zöllen
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Vor seinem Amtsantritt streut Donald Trump Aussagen, die die internationalen Wirtschaftspartner in Aufregung versetzen. So schwärmt er von Zöllen und droht China.
Der designierte US-Präsident Donald Trump.
Quelle: dpa
Donald Trump wirkt geradezu verzückt, wenn er über Zölle spricht. "Ich finde, Zölle sind das schönste Wort", sagte der künftige US-Präsident gerade erst in einem Interview. Zölle seien "schön".
Schon kurz nach seiner Wiederwahl hat der Republikaner große Ankündigungen gemacht: Er wolle bereits an seinem ersten Amtstag hohe Importzölle auf alle Waren aus Mexiko und Kanada sowie zusätzliche Zölle auf Waren aus China verhängen, ließ er wissen. Die Zölle könnten die US-Wirtschaft aber teuer zu stehen kommen - und auch zum Problem für Deutschland werden.
Deutsche Autoindustrie muss sich warm anziehen
Bereits in seiner ersten Amtszeit hat Trump diverse Handelskonflikte angezettelt - und er droht auch der Europäischen Union wieder mit Zöllen, sollte diese nicht mehr Öl und Gas aus den USA importieren. Doch schon die Zölle gegen Mexiko, Kanada und China würden Unternehmen aus Deutschland hart treffen, allen voran die Autoindustrie. Fast alle Hersteller und auch viele Zulieferer nutzen Mexiko als billigen Produktionsstandort - und bedienen von dort aus auch den US-Markt.
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Bei den Arbeitskosten liege Mexiko nur bei etwa einem Sechstel des US-Niveaus, sagt Branchenexperte Stefan Hecht von der Unternehmensberatung Advyce & Company.
Allein bei Audi gehen nach Angaben des Unternehmens 98 Prozent der Autos in den Export, davon 40 Prozent in die USA.
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Zum Problem könnten auch Zölle gegen Kanada werden - zumindest für Volkswagen. Denn die Wolfsburger planen eine Batteriezellfabrik, die die E-Auto-Werke des Konzerns in den USA beliefern soll. Zölle wären hier nun "Gift", warnt Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach.
Das wäre ein Super-GAU für diese Investition.
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Stefan Bratzel, Autoexperte
Allianz zwischen deutschen Autobauern und US-Konkurrenz?
Härter noch als die deutschen Autobauer dürfte es dabei ausgerechnet die US-Hersteller selbst treffen, glaubt Hecht. Dabei gehe es aber weniger um die in Mexiko gebauten Autos, sondern mehr um die Zuliefer-Teile, die von dort kommen. Und auch die sollen nach Trumps Ankündigung unter die neuen Zölle fallen.
Auch die Zölle gegen Trumps Lieblingsgegner China, dem er ein Abgaben-Plus von 60 Prozent auf alle Einfuhren androht, dürften sich in Deutschland und Europa bemerkbar machen. Zwar halten viele Experten diese Zahl für unrealistisch hoch, jedoch gilt ein neuer Handelskrieg zwischen den beiden größten Volkswirtschaften als wahrscheinlich.
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Peking könnte in diesem Fall versuchen, billige chinesische Produkte verstärkt auf dem europäischen Markt abzusetzen - und die deutsche Industrie damit unter Druck setzen.
Peking sendet Signal der Wehrhaftigkeit an Washington
Vor allem stellt sich Peking jedoch auf eine harte Auseinandersetzung mit Washington ein - und macht schon jetzt deutlich, dass es in der Lage ist, zurückzuschlagen. Als die US-Regierung in den vergangenen Wochen wieder einmal neue Chip-Sanktionen gegen chinesische Unternehmen verkündete, reagierten die Chinesen ungewöhnlich hart. Die Gegenmaßnahmen dürften US-Unternehmen schnell zu spüren bekommen.
Peking leitete nicht nur eine kartellrechtliche Untersuchung gegen den US-amerikanischen Chiphersteller Nvidia ein. Die Regierung untersagte zudem den Export essenzieller Mineralien in die USA, die für die Chipproduktion unerlässlich sind. Außerdem haben chinesische Industrieverbände Unternehmen dazu aufgerufen, den Kauf von US-Chips zu überdenken und stattdessen auf örtliche Alternativen zurückzugreifen. Zwar fallen diese Maßnahmen noch in die Amtszeit von US-Präsident Joe Biden, doch China dürfte so auch ein Signal der Wehrhaftigkeit an Trump senden.
Quelle: dpa
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